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Prozess im Missbrauchsfall

30-Jähriger muss Schmerzensgeld für missbrauchten Jungen zahlen

Münster

Im Missbrauchskomplex muss der angeklagte 30-jährige Hannoveraner 20.000 Euro Schmerzensgeld an den von ihm missbrauchten Jungen aus Münster zahlen. Darauf habe man sich am Freitag vor dem Landgericht geeinigt. Das Geld wurde noch während der laufenden Verhandlung übergeben.

Joel Hunold

Der Angeklagte - hier ein Foto von einem der vorherigen Prozesstage - verdeckt sein Gesicht, als er in den Gerichtssaal kommt. Foto: Dirk Anger

20 000 Euro Schmerzensgeld – diese Summe muss der 30-jährige Matthias A. aus Hannover, der sich aktuell im Rahmen des Missbrauchkomplexes vor dem Landgericht verantworten muss, an den inzwischen elfjährigen Jungen aus Münster zahlen, den er 2019 mehrfach sexuell missbraucht haben soll.

Die Nebenklagevertreterin, die im Auftrag des Jungen am Prozess teilnimmt, stellte am Freitag vor dem Landgericht Münster einen sogenannten Adhäsionsantrag, so Landgerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus. Im Rahmen eines Vergleichs habe man sich auf die Summe von 20.000 Euro geeinigt, zudem müsse der Hannoveraner für eventuelle Folgekosten – etwa die ärztliche oder therapeutische Behandlung des Jungen – aufkommen. Noch während des Prozesses wurde die Summe im Verhandlungssaal an die Nebenklagevertreterin übergeben, berichtet Vahlhaus.

Plädoyers womöglich schon Mitte Februar

Daneben haben am Freitag mehrere Zeugen ausgesagt, größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So berichtete die Polizeibeamtin, die den mittlerweile elfjährigen Jungen vernommen hatte, von diesem Gespräch. Der Junge selbst soll in diesem Verfahren nicht aussagen müssen. Daneben berichtete der Staatsanwalt aus dem Prozess gegen den Hauptbeschuldigten im Missbrauchsprozess Adrian V. von den Entwicklungen und Aussagen dieses Prozesses. Zudem stellte sich der angeklagte Hannoveraner den Fragen der Kammer.

Der Prozess gegen ihn soll am 9. Februar fortgeführt werden. Dann steht laut Vahlhaus die Vorstellung eine Sachverständigen-Gutachtens bezüglich der psychologischen Verfassung des Angeklagten an. Am darauf folgenden Verhandlungstag, dem 11. Februar, könnten bereits die Beweisaufnahme gestoppt und Schlussplädoyers vorgetragen werden.

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