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Demo auf Münsters Stubengassenplatz

300 Exil-Iraner bekunden Solidarität für Proteste

Münster

"Mullah muss weg!": Am Samstag haben laut Polizei rund 300 Menschen, zumeist Exil-Iraner, aber auch Deutsche ihre Solidarität für die Protestbewegung in Iran bekundet. Zu Beginn gab es ein skurril anmutendes Zusammentreffen.

Von Pjer Biederstädt

Am Samstag haben sich erneut sich Exil-Iraner, aber auch Deutsche, in Münster versammelt, um ihre Solidarität mit den Protesten gegen die politische Führung in Iran  zu bekunden. Der „Verein für politische Flüchtlinge“ rief unter dem Motto „Frauen, Leben, Freiheit“ am Stubengassenplatz zu dem Protest auf. Foto: Pjer Biederstädt

Um ihre Solidarität mit den Protesten in Iran gegen die Führung der Islamischen Republik zu bekunden, versammelten sich am Samstag rund 300 Exil-Iraner, aber auch Deutsche unter dem Motto „Frauen, Leben, Freiheit“ am Stubengassenplatz. Der „Verein für politische Flüchtlinge“ hatte dazu aufgerufen.

Mit Parolen wie „Mullah muss weg“ und "Nieder mit der islamischen Regierung" forderten sie demokratische Strukturen in Iran und von der Bundesregierung härtere Sanktionen sowie das Ende aller Geschäfte mit dem Staat.

Frauen im Zentrum des Protests

Auslöser der Proteste in Iran am 16. September war der Tod von Mahsa Amini nach ihrer Verhaftung durch die sogenannte Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die islamische Kleidervorschrift. Die Proteste richten sich sowohl gegen das theokratische Regime als auch gegen die durch das Regime diktierten Lebensbedingungen, insbesondere gegen die Auslegung der islamischen Kleiderordnung. Demonstrantinnen verstießen daraufhin absichtlich gegen die Kleiderordnung, indem sie ihre Kopftücher abnahmen oder sich öffentlich die Haare schnitten.

Menschenrechtsorganisationen berichten, dass bei dem Versuch des Regimes, den Protest niederzuschlagen, über 300 Menschen getötet und viele Tausende verhaftet worden seien.

Emotionale Kundgebung

Die Kundgebung in Münster war für viele Demonstrantinnen und Demonstranten, die Angst um Verwandte und Freunde in ihrer Heimat haben, augenscheinlich sehr emotional. Während gemeinsam gesungener Lieder flossen bei einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Tränen. 

Zu Beginn der Kundgebung kam es zu einer skurril anmutenden Situation, als der gut gelaunte Karnevalszug vorbei an der Iran-Demo über den Stubengassenplatz zog und Sprechchöre "Helau!" auf "Frauen, Leben, Freiheit" trafen. Manche Karnevalisten erkannten die Situation und applaudierten den Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmern. 

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