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Gasflaschen geklaut

31-Jähriger muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis 

Münster

Wegen des Diebstahls hunderter Gasflaschen von einem münsterischen Firmengelände ist ein 31-Jähriger zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann ist bereits mehrfach vorbestraft. Besonders ein Aspekt hat das Urteil beeinflusst.

Timo Gemmeke

Am Landgericht Münster wurde nun ein 31-Jähriger wegen Diebstahls verurteilt. Foto: Matthias Ahlke

Für den Diebstahl mehrerer hundert Kühlgasflaschen ist ein 31-jähriger Mann vor dem Landgericht Münster zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Trotz einschlägiger Vorstrafen des Angeklagten fiel das Urteil relativ milde aus.

Insgesamt 371 Kühlgasflaschen, mit deren Inhalt beispielsweise Auto-Klimaanlagen funktionieren, hatte der Mann aus den Niederlanden im Sommer 2018 mit mehreren Komplizen von einem Firmengelände in Münster geklaut. Der Schwarzmarktpreis von mehreren hundert Euro pro Flasche und die vermeintlich leicht zu umgehende Sicherheitstechnik amZielobjekt schienen der Gruppe so verlockend, dass sie in der nächsten und übernächsten Nacht erneut zuschlugen. Der Schaden für das betroffene Unternehmen: mehr als 250 000 Euro.

Auch wenn die drei „Coups“ in Folge ungestört abliefen, flog das Geschäft wenige Monate später auf – wohl wegen zu vieler Mitwisser. Zwei der Beteiligten, darunter der „Planer“ und der spätere Hehler, wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt; andere konnte die Polizei bisher nicht ausfindig machen. Der 31-jährige Angeklagte war Anfang 2020 bei einer Verkehrskontrolle in Holland aufgefallen und wurde mittels europäischem Haftbefehl direkt festgenommen.

Mildes Urteil dank Geständnis

Zum zweiten Prozesstag ging die 9. Strafkammer am Landgericht vor allem der Rolle des Angeklagten bei den Diebstählen nach: War er Mittäter oder nur Gehilfe? Er selbst sagte aus, er habe lediglich „Schmiere“ gestanden und den Abtransport der Flaschen vom Firmengelände koordiniert. Von einem mutmaßlichen Mittäter in einem separaten Verfahren getätigte Aussagen bestätigten dies.

Der Angeklagte sei, so der vorsitzende Richter im Urteil, mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten „noch ganz gut davon gekommen“. In Anbetracht mehrerer Vorstrafen – darunter schwere Diebstähle, für die er bereits als junger Erwachsener in Haft saß – habe vor allem das Geständnis das mildere Urteil bewirkt. Auf Hinwirken seiner Familie darf der 31-Jährige die Haft in seiner Heimat absitzen.

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