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Bedarf ist noch nicht gedeckt

350 Kinder haben in Münster noch keinen Kita-Platz

Münster

Der Bedarf an Kita-Plätzen ist in Münster noch nicht gedeckt: Es fehlen 200 Plätze für Kinder unter drei Jahren sowie 150 Plätze für die älteren Mädchen und Jungen. Die Stadt ist allerdings optimistisch, dass zumindest diese noch versorgt werden können.

Karin Völker

Der Bedarf an Kita-Plätzen ist noch nicht gedeckt. In Münster fehlen 200 Plätze für Kinder unter drei Jahren sowie 150 für die älteren Mädchen und Jungen. Foto: Colourbox

Allmählich lichtet sich der Nebel um das Ausmaß der mangelnden Versorgung mit Kita-Plätzen in Münster. Inzwischen haben alle Kitas ihre Platzvergabe dem städtischen Jugendamt gemeldet. Derzeitiger Stand: 200 Kinder unter drei Jahren und 150 über Dreijährige haben noch keinen Betreuungsplatz. Jugendamtsleiterin Anna Pohl ist aber sicher, „dass zumindest alle über Dreijährigen bis zum 1. August noch versorgt werden können“. Sie weiß aber auch, dass das für die Jüngeren nicht gilt.

Plan für weitere Plätze

Den Bedarf will die Stadt vor allem mit Plätzen decken die spätestens zum 1. September eingerichtet sein werden. Dazu gehören 70 Plätze in der ehemaligen Josefschule, 35 im Pfarrhaus der Versöhnungskirche am Friesenring, 20 Plätze in der Mauritzschule und 19 Plätze im Fliedner-Haus. Außerdem noch nicht vergeben sind 20 Plätze in Pavillons in Coerde am Edelbach und 50 Plätze im Bereich der York-Kaserne in Gremmendorf. 18 Plätze sind außerdem noch in sogenannten Großtagespflegestellen bei Tagesmüttern in Gievenbeck frei.

Darüber hinaus gibt es noch pro Kita jeweils drei Plätze in Reserve. Der Rat hatte beschlossen, dass die Einrichtungen wegen des Ansturms für einen begrenzten Zeitraum bis zu drei Plätze mehr vergeben können, als ihre Kapazität ausweist. Das macht laut Pohl weitere 300 Plätze aus.

Größte Nachfrage in der Stadtmitte

Dieser relativ großen Reserve steht aber auch eine dauernd steigende Nachfrage gegenüber, sagt Pohl. Denn jeden Monat kommen neue Anmeldungen von Kindern hinzu, die ab August einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben. Die größte Nachfrage gibt es in der Stadtmitte, wo in früheren Jahren wenige junge Familien lebten und darum auch kaum Einrichtungen geschaffen wurden. „Die Hälfte der Kinder, die jetzt noch einen Platz suchen, kommen aus dem Bezirk Mitte“, so die Amtsleiterin.

Michael Köhler, bis vor Kurzem Vorsitzender des Jugendamtselternbeirats, der die Eltern-Interessen von Kita-Kindern vertritt, hat in der Vergangenheit viele Klagen verzweifelter Mütter und Väter gehört, die keinen Betreuungsplatz erhalten haben. Er sieht aber auch, dass Politik und Verwaltung versuchten, alles möglich zu machen. „Mehr geht wahrscheinlich nicht“, sagt Köhler. Er hätte sich nur gewünscht, „dass Politik und Verwaltung sich bereits vor mehreren Jahren schon so stark für den Kita-Ausbau eingesetzt hätten“.

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