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Missbrauchskomplex Münster

36-Jähriger zu knapp neun Jahren Haft für schweren Kindesmissbrauch verurteilt

Neubrandenburg/Münster

Das Landgericht Neubrandenburg hat einen Mann wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs zu acht Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der Fall des 36-Jährigen steht im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Münster. 

Von dpa

. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Die Jugendschutzkammer behielt sich zudem vor, wegen der ausgeprägten pädosexuellen Neigung später noch über eine mögliche Sicherungsverwahrung zu entscheiden, wie Richterin Daniela Lieschke am Donnerstag sagte. 

Die Kammer sei überzeugt, dass der Verurteilte im Jahr 2019 mehrfach den neunjährigen Stiefsohn eines Mannes aus Münster missbraucht und das mit diesem auch detailliert geplant hatte, erklärte die Richterin. Der Verurteilte kommt aus Ueckermünde im Kreis Vorpommern-Greifswald.

Angeklagter schweigt vor Gericht

Die Männer hätten sich in einschlägigen Internetchats kennengelernt, sich in Ueckermünde getroffen und manches auch gefilmt. «Sie haben dazu beigetragen, dass der Junge Stück für Stück körperlich und seelisch zerstört wurde», sagte Lieschke.

Der Verurteilte hatte vor Gericht geschwiegen. Die Kammer hatte die Vorfälle aber dank der Ermittler, Internetchats und Videos rekonstruieren können, wie es hieß. (AZ: 23 KLs 7/21 jug). Der Fall steht im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Münster, bei dem gegen mehr als 50 Männer wegen schweren Kindesmissbrauchs ermittelt wurde und noch wird.

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