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Missbrauchsfall Münster

37-jähriger Mann aus dem Landkreis Würzburg festgenommen

Münster

Weitere Festnahme im Missbrauchsfall Münster: Im Landkreis Würzburg wurde ein 37-jähriger Mann festgenommen. Er soll in regem Austausch mit Adrian V., dem Hauptbeschuldigten in dem Missbrauchsfall, gestanden haben und bei einer Missbrauchstat per Videotelefonat live zugeschaltet gewesen sein.

wn

Im Landkreis Würzburg wurde ein 37-jähriger Mann festgenommen, der in regem Austausch mit dem Hauptangeklagten im Missbrauchprozess von Münster gestanden haben soll. Foto: dpa (Symbolbild)

Der im vergangenen Juni aufgedeckte Missbrauchsfall von Münster zieht weiter Kreise. Laut einer Pressemitteilung der Polizei wurde jetzt ein 37-jähriger Mann aus dem Landkreis Würzburg festgenommen. Ihm wird Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft in Würzburg hat Haftbefehl erlassen, der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Polizei gibt es einen Zusammenhang zum Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Münster, dem 27-jährigen Adrian V., der unter anderem in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus Kinder schwer sexuell missbrauch haben soll. Im Rahmen des Verfahrens gegen Adrian V. wurde die Ermittlungskommission "Rose" eingerichtet.

Reger Austausch mit Adrian V.

Die "monatelangen und intensiven Ermittlungen" haben Ende vergangenes Jahres ergeben, dass eine bis dahin noch unbekannte und in Unterfranken ansässige Person Kontakt zu Adrian V.  hatte. Die beiden Männer sollen Kinderpornografie ausgetauscht haben. Zudem soll der 37-Jährige am sexuellen Missbrauch eines Kindes beteiligt gewesen sein. "In enger Kooperation mit der Würzburger Kriminalpolizei konnte ein 37-jähriger Mann aus der Region identifiziert werden", heißt es in der Mitteilung. Er soll in regem Austausch mit Adrian V. gestanden haben.

Bereits Anfang Januar wurde die Wohnung des Mannes in der Region Mainfranken durchsucht, dabei wurde auch der Tatverdächtige festgenommen. Wie die Polizei mitteilt, konnte dies aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt bekannt gegeben werden. Die Beamten der Kriminalpolizei stellten in der Wohnung des 37-Jährigen zahlreiches Beweismaterial sicher.

Bei Missbrauchstat "live" zugeschaltet

Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen, dass er bei mindestens einer in Münster durch Adrian V. begangenen Missbrauchstat mittels Videotelefonie "live" zugeschaltet war, wie es in der Mitteilung heißt. Weiterhin bestehe der Verdacht, dass der 37-Jährige kinder- und jugendpornografisches Material besessen und auch in mehreren Fällen an Dritte weitergegeben hat.

Ermittlungen dauern weiter an

Die Ermittlungen gegen den Mann aus dem Landkreis Würzburg dauern weiter an. Alleine die Auswertung der sichergestellten Datenträger werde geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Im Verfahren gegen Adrian V. wird nach Angaben der Polizei bereits im Frühjahr ein Urteil erwartet. Der Hauptprozess gegen ihn und vier weitere Angeklagte im Missbrauchsfall Münster läuft seit Mitte November. Parallel gibt es weitere Verfahren im Missbrauchsfall.

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