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Missbrauchsfall Münster

39-Jähriger wegen 15-fachen Kindesmissbrauchs angeklagt

Münster

Im Missbrauchsfall Münster hat die Staatsanwaltschaft erneut Anklage erhoben. Einem 39-Jährigen werden 15 Fälle von teils schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern vorgeworfen. Der Mann sitzt wegen anderer Missbrauchsfälle bereits in Haft.

Im Missbrauchsfall Münster gibt es einen weiteren Tatverdächtigen. Die Staatsanwaltschaft hat einen 39-Jährigen angeklagt. Foto: dpa

Im Missbrauchsfall Münster hat die Staatsanwaltschaft erneut Anklage erhoben. Einem 39 Jahre alten Tatverdächtigen wird laut einer Pressemitteilung teils schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Das Verfahren steht im direkten Zusammenhang mit den weiter andauernden Ermittlungen der Ermittlungskommission (EK) "Rose".

Die Ermittler haben laut der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft sichergestellte Datenträger von Adrian V., dem 28-jährigen mittlerweile verurteilten Haupttäter im Missbrauchsfall, sowie eine ebenfalls bereits verurteilten Mann aus Aachen ausgewertet. Daraufhin habe sich ein konkreter Tatverdacht gegen den 39-Jährigen ergeben, der zuletzt in Duisburg gelebt hat.

Angeklagtem werden 15 Missbrauchstaten vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 15 Missbrauchstaten im Zeitraum von Juli 2019 bis Dezember 2019 vor. Nach den durchgeführten Ermittlungen sollen drei Jungen im Alter von (damals) circa eineinhalb, sieben (bzw. acht) sowie zehn Jahren Opfer von sexuellen Missbrauchshandlungen des Angeschuldigten geworden sein. Als mögliche Tatorte sind in der Anklageschrift Billerbeck, Schöppingen, Duisburg und Winterberg benannt.

Bei den Opfern soll es sich zum einen um zwei Kinder aus dem privaten - aber nicht familiären - Umfeld des Angeklagten handeln. Zudem soll er auch den heute elf Jahre alten Sohn der Lebensgefährtin von Adrian V. wiederholt sexuell missbraucht haben. Der 39-Jährige soll Adrian V. zuvor "über das Internet und das gemeinsame 'Interesse' an dem sexuellen Missbrauch kindlicher Jungen kennengelernt haben", so die Staatsanwaltschaft.

Treffen mit Adrian V. in Duisburg und Winterberg

Der 39-Jährge soll die vorgeworfenen Taten zum Nachteil der Kinder aus seinem privaten Umfeld anlässlich von Besuchen in der familiären häuslichen Umgebung der Kinder in Billerbeck bzw. Schöppingen begangen haben.

Zu den Missbrauchshandlungen an dem Sohn der Lebensgefährtin von Adrian V. soll es bei einem gemeinsamen Treffen in der damaligen Wohnung des 39-Jährigen in Duisburg sowie bei einem Wochenendaufenthalt im November 2019 in Winterberg gekommen sein. In Winterberg soll neben dem 39-Jährigen und Adrian V. auch der bereits verurteilte Mann aus Aachen dabei gewesen sein.

39-Jährige bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

Der Angeklagte befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft aktuell in Strafhaft. Bereits im Juni 2020 hatte das Landgericht den Mann in einem anderen Verfahren wegen des zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Mann war im Januar 2020 festgenommen worden.

Der 39-Jährige hat sich laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. 

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