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Investor hat eine außergewöhnliche Idee

430 Container-Wohnungen im Gasometer

Münster

Der münsterische Investor Hajo Bierbaum hat eine außergewöhnliche Idee. Im Gasometer am Albersloher Weg will er 430 Seecontainer übereinander stapeln und so Wohnungen für Studenten, Berufsanfänger und junge Familien schaffen. Sollte das Projekt realisiert werden, wäre es wohl bundesweit einmalig.

Martin Kalitschke

430 Seecontainer will Hajo Bierbaum im Gasometer am Albersloher Weg unterbringen. Jeder Container hat nach seinen Angaben 27 Quadratmeter Wohnfläche. Foto: VIR.works

Sollte die Idee des münsterischen Investors Hajo Bierbaum so realisiert werden, wie er es sich vorstellt – internationale Aufmerksamkeit wäre ihm sicher. Im denkmalgeschützten Gasometer am Albersloher Weg will Bierbaum 430 Seecontainer mit einer Wohnfläche von jeweils 27 Quadratmetern und einem fünf Quadratmeter großen Balkon-Vorbau übereinander stapeln. In die so entstehenden „Mikrowohnungen“ sollen Studenten, Berufsanfänger und junge Familien einziehen. „So ein Bauvorhaben“, sagt Bierbaum, „wäre in Münster einmalig.“

Vorbilder in Amsterdam und Berlin

Vorbilder gibt es bereits in Amsterdam und Berlin, auch dort wurden aus Containern Apartment-Häuser gebaut. Der Clou in Münster: Die Hülle des Stadtwerke-Gasometers soll quasi den Rahmen für das ungewöhnliche Projekt bilden. Der Denkmalschutz habe seiner Idee bereits grundsätzlich seinen Segen erteilt – „vorausgesetzt, die Container sind nicht beschriftet und haben alle die gleiche Farbe“, sagt er. Hergestellt werden solche Container in China, berichtet Bierbaum. „Mit einer Höhe von 2,89 Metern sind sie ideal für Wohnzwecke.“ Wie alles am Ende aussehen könnte, haben Niklas Fuchte und Benedikt Göbel vom Studio „VIR.works“ – beide Absolventen der Münster School of Architecture – in beeindruckenden Animationen simuliert.

Im Eisenzylinder des Gasometers, der vom Boden bis in zwölf Meter Höhe reicht, sollen auf vier Etagen und 2400 Quadratmetern Fläche 200 Pkw-Stellplätze, 400 Fahrradständer und Technikräume untergebracht werden. Darüber würde die erste Wohnetage liegen. Mit den 430 Containern lassen sich laut Bierbaum zwölf Etagen bauen, die bis in 48 Meter Höhe reichen. Vier der zwölf Etagen seien für gefördertes Wohnen reserviert, darüber kann er sich ein Studentenhotel über vier Etagen vorstellen. In den oberen vier Etagen will Bierbaum größere Wohneinheiten unterbringen. Wohnungen, aber auch eine Aussichtsplattform, Restaurants, Coworking-Bereiche, Fitness- und Gemeinschaftszonen für Bewohner und Gäste sollen über vier Treppenhäuser mit Aufzügen erschlossen werden. Auf dem weiträumigen Gelände des Gasometers plant Bierbaum zudem drei Kitas mit jeweils 40 bis 50 Plätzen.

„Nicht nur eine verrückte Idee“

Nachdem die Idee des Alpenvereins, in dem Gasometer ein Kletterzentrum unterzubringen, geplatzt ist, hofft Bierbaum, sich nun mit seinen eigenen Plänen ins Gespräch bringen zu können. Der Investor betont, dass es sich dabei nicht nur um eine „verrückte Idee“, sondern um ein ganz konkretes und damit auch umsetzbares Vorhaben handele. Um die Finanzierung macht er sich keine Sorgen: „Es gibt bereits Leute, die mitmachen wollen, auch aus Münster. Es wird keine Probleme geben, das Projekt finanziell zu stemmen“, ist er überzeugt. Hajo Bierbaum ist nun darauf gespannt, wie die Resonanz auf seine Idee in Politik und Verwaltung ausfallen wird.

Grünes Licht für Projekt „Leoland“

Im Norden der Stadt – dort, wo derzeit noch die Eishalle steht – befindet sich ein Projekt von Investor Hajo Bierbaum auf dem Weg zur Realisierung. Die Politik hat in der vergangenen Woche grünes Licht für sein „Leoland“ gegeben, berichtet Bierbaum. Zuvor war der Entwurf des Frankfurter Büros „Motorplan“ aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen. Geplant sind zwei Kuben mit insgesamt 490 Wohnungen. In einem dritten Kubus soll ein Studentenwohnheim mit 120 Plätzen untergebracht werden. 2019 soll die Eishalle abgerissen und mit den Bauarbeiten begonnen werden. Das Burger-King-Gebäude ist zunächst nicht in das Projekt involviert. Bierbaum hofft, dass das „Leoland“ bis Ende 2020 steht.

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