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Spende aus dem Nachlass eines Münsteraners

50.000 Euro für die Dominikanerkirche

Münster

Ein Münsteraner hat 50.000 Euro an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gestiftet – mit der Vorgabe, das Geld für ein Projekt in Münster zu verwenden. Nun steht fest: Es wird in die Sanierung der Dominikanerkirche fließen.

Martin Kalitschke

Die Dominikanerkirche wird bis Mitte kommenden Jahres saniert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Projekt. Foto: Matthias Ahlke

Der Münsteraner war ein Kulturfreund – und ein Liebhaber historischer Gebäude. Und so flossen nach seinem Tod 50.000 Euro an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit dem Auftrag, ein Projekt in seiner Heimatstadt zu unterstützen. Nutznießer ist nun die Stadt Münster.

Sie hatte die 50.000 Euro als Zuschuss für die Sanierung der Dominikanerkirche beantragt, jetzt ist die Summer bewilligt worden. Die münsterische Ortskuratorin Sigrid Karliczek übergab den Betrag am Freitag symbolisch an Planungs-Dezernent Robin Denstorff, Stadtdenkmalpflegerin Mechthild Mennebröcker sowie Roland Schniedenharn vom Amt für Immobilienmanagement.

Geld schon berücksichtigt

2,7 Millionen Euro kostet die Sanierung der Fassade und des Innenraumes. Mit dem Zuschuss der Stiftung spart die Stadt indes kein Geld ein – „wir hatten die 50.000 Euro schon bei den Kalkulationen berücksichtigt“, so Denstorff.

Foto: Matthias Ahlke

Von 1708 bis 1725 hatte der fürstbischöfliche Architekt Lambert von Corfey die frühbarocke Klosterkirche des Dominikanerkonvents erbaut. 1811 wurde das Kloster aufgehoben, es diente nun als Munitionsdepot. 1881 kaufte die Stadt das Gebäude, renovierte es und nutzte es ab 1889 als Schulkirche des Städtischen Realgymnasiums.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Klausurgebäude bis auf eine Fassade zerstört. Nach Notsicherungen wurde der beschädigte Baukörper bis 1974 instand gesetzt und als Universitätskirche an die Katholisch-Theologische Fakultät verpachtet. 2017 wurde die Kirche profaniert, seit 2018 befindet sich hier das Kunstwerk „Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel“ von Gerhard Richter.

Planungs-Dezernent Robin Denstorff (v.l.), Sigrid Karliczek, Mechthild Mennebröcker und Roland Schniedenharn. Foto: Matthias Ahlke

Seit zwei Wochen sind Fassade und Außenmauern nun eingerüstet, die ersten Arbeiten am Mauerwerk haben begonnen. Kommende Woche starten auch die Dachdeckerarbeiten, berichtet Mechthild Mennebröcker. Ende des Jahres soll die Sanierung der Außenhülle des einstigen Gotteshauses abgeschlossen sein. Zum Jahreswechsel wird das Gebäude erst einmal geschlossen, das Richter-Kunstwerk ist dann nicht mehr zugänglich. Neben der Innenraumsanierung wird im Innenhof ein Anbau mit Sanitäranlagen errichtet. Mitte 2020 soll die Kirche wieder öffnen, so Mennebröcker – „und in neuem Glanz erstrahlen“, wie Denstorff betont.

Die Spende der Stiftung werde in die Restaurierung der Fassade und des Hauptportals fließen, so Karliczek.

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