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Festnahme

82-Jährige wird Opfer von Betrug: Polizei nimmt zwei Münsteraner fest

Münster/Billerbeck

Festnahme im Kreis Coesfeld: Polizisten haben zwei 36 und 37 Jahre alte Männer aus Münster festgenommen. Sie werden verdächtigt, sich als Polizisten ausgegeben und so Geld einer 82-jährigen Frau erbeutet zu haben.

Eine ältere Frau tippt auf einem schnurlosen Festnetztelefon. Foto: dpa (Symbolbild)

Zwei Männer aus Münster wurden am Freitag von der Polizei Coesfeld festgenommen. Sie werden verdächtigt, sich als falsche Polizisten ausgegeben und so Geld einer 82-jährigen Frau aus Billerbeck erbeutet zu haben. Ein Richter hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster nun Haftbefehl gegen die 37 und 36 Jahre alten Männer erlassen - unter andere wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster sowie der Polizei Coesfeld heißt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll sich am Abend des 12. Januar vermutlich aus der Türkei ein Mann telefonisch bei der 82-jährigen Billerbeckerin gemeldet und ihr vorspiegelt haben, Polizeibeamter aus Münster zu sein. Diese bislang unbekannte Person behauptete, dass in der Nähe ein Raubüberfall passiert sei. Bei einem der angeblichen Täter sei eine Notiz mit dem Namen der 82-Jährigen gefunden worden, ein weiterer Täter sei noch flüchtig.

"Oberkommissar" ruft 82-Jährige mehrmals an

Bereits in dem Telefonat wurde die Billerbeckerin nach eigenen Wertgegenständen gefragt. Auf ihre Rückfrage, ob der Anrufer tatsächlich von der Polizei sei, wurde sie aufgefordert, die 110 zurückrufen. Hierbei wurde der Frau die erfundene Geschichte angeblich bestätigt. Kurz danach meldete sich der Anrufer erneut. Er stellte fest, dass er die Frau erfolgreich getäuscht hatte und soll daraufhin die nun festgenommenen Männer informiert haben, die die Wertgegenstände entgegen nehmen sollten.

Der Anrufer, der sich als "Oberkommissar" ausgab, rief in der Folge mehrere Male bei der 82-Jährigen an und erklärte, dass auch ein Bankmitarbeiter an den angeblichen Straftaten beteiligt sei. "Durch dieses Szenario veranlasste der falsche Polizist die Frau, Wertgegenstände, Bargeld sowie ihre EC-Karten zusammenzupacken und ihm die Geheimnummer ihrer EC-Karten zu nennen", heißt es in der Pressemitteilung. Entsprechend den Vorgaben des Anrufers begab sich die Frau vor ihr Haus und soll dem 37-Jährigen und dem 36-Jährigen dann ihre Wertgegenstände übergeben haben.

Noch in der Nacht Geld abgehoben

Die Beschuldigten sollen noch in der Nacht einen vierstelligen Geldbetrag von Konten der Frau abgehoben haben.

Am Folgetag meldete sich erneut ein Anrufer bei der Frau, der nochmals behauptete, dass ein Bankmitarbeiter einer Sparkasse involviert sei. Von diesen Anrufen beeindruckt, hob die Frau einen hohen Geldbetrag von ihrem Konto ab und übergab diesen einem bislang nicht ermittelten Tatbeteiligten.

Handydaten führen Ermittler auf die Spur

Nach der Anzeigenerstattung konnte die Polizei schnell ermitteln, dass mit der Karte an einem Geldautomaten in Bonn mehrere Abbuchungen vom Konto der Seniorin erfolgten. Weiterhin gab ein Zeuge einen Hinweis auf einen weißen Geländewagen, der sich am 13. Januar in der Nähe des Übergabeortes aufgehalten haben soll.

Die weiteren Ermittlungen (insbesondere Auswertungen von Handydaten) führten letztlich zur Identifizierung der beiden Tatverdächtigen. Am Freitagmorgen vollstreckte die Polizei mehrere Durchsuchungsbeschlüsse. Die beiden Tatverdächtigen konnten an den durchsuchten Anschriften festgenommen werden. Die Ermittlungen dauern nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft an.

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