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Mobilität

Verkehrsclub: 9-Euro-Ticket ist wertvolle Stärkung des ÖPNV

Münster

Für neun Euro quer durch Deutschland: Das ist in den Monaten Juni, Juli und August mit dem 9-Euro-Ticket möglich. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) lobt das Projekt und äußert sich auch zu einem – aus VCD-Sicht – Missverständnis.

Das 9-Euro-Ticket ist in den Monaten Juni, Juli und August im gesamten Nahverkehr in Deutschland gültig. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat sich positiv zum 9-Euro-Ticket geäußert und dabei auch auf einen vermeintlichen Irrtum hingewiesen.

Denn das Ticket solle nicht in erster Linie Autofahrer zum ÖPNV bewegen, es unterstütze vielmehr Menschen, die tagtägliche Kunden des ÖPNV seien. Menschen, die – oft auch bei widrigen Bedingungen – Bus und Bahn die Treue hielten, weil sie wüssten, dass dieses Mittel der Mobilität aus Sicht der Nachhaltigkeit besser sei als der private Pkw.

"Sozialpolitik an richtiger Stelle"

Dass die Ampelkoalition, an diese Gruppe der Bevölkerung besonders denke, sei „prima“, so der VCD in einer Mitteilung. Wer ein Münster-Abo habe, spare drei Monate fast 80 Prozent des Ticketpreises. Wer aus der Region mit Preisstufe fünf des Westfalen-Tarifs pendele, bekomme sogar einen Rabatt von über 90 Prozent. Ganz unbürokratisch können auch Fahrgäste, die sonst mit Einzelfahrscheinen fahren, für kleines Geld mobil sein. „Das ist Sozialpolitik an richtiger Stelle“, findet der VCD.

Als Zusatz-Bonus dürfe man die öffentlichen Verkehrsmittel auch dort testen, wohin die eigene Zeitkarte normalerweise nicht reiche. Wer etwa mit der Stadtbahn von Köln über Brühl nach Bonn fahre, könne erleben, was möglich sei, wenn konsequent auf den ÖPNV gesetzt werde. „Solche Inspirationen wünschen wir uns für hiesige Relationen, zum Beispiel für Münster-Nottuln“, so der VCD.

Nachsicht mit den Verkehrsbetrieben

Der Hype des Tickets sei gleichzeitig allerdings auch der Fluch der täglichen ÖPNV-Kundschaft. Wer zwischen Münster und dem Ruhrgebiet pendele, müsse oft Nachsicht mit den Verkehrsbetrieben haben, ob sie nun DB Regio, Eurobahn, National Express oder ­Bogestra hießen. Sie alle seien alles andere als fit, den Verkehr aufzunehmen, den die Verkehrswende ihm zuordnen werde. Ohne Investitionen in Technik, Fahrzeuge und Personal könne der Schienenverkehr nicht leistungsfähiger werden.

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