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Zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg

Brückenarbeiten: A 1 an diesem Wochenende komplett gesperrt

Münster/Ascheberg

Die Autobahn 1 wird zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg auf sechs Spuren ausgebaut. Dafür müssen auch insgesamt 15 Brücken erneuert werden. Am Wochenende musste die A 1 deshalb erneut voll gesperrt werden.

Samstagmorgen: Am Bönneweg, einem Wirtschaftsweg zwischen Münster-Amelsbüren, Ascheberg und Senden, entsteht die neue Brücke über die Autobahn 1. Foto: Helmut Etzkorn

Update (Montag, 06:53 Uhr): Die Autobahn konnte in den frühen Morgenstunden wieder freigegeben werden.

Update (Sonntag, 13:22 Uhr): Laut Projektleiterin Ruth Winkler vom Bundesbetrieb "Die Autobahn" sei man bereits heute Abend mit allem fertig. Der aktuelle Plan: Die A 1 bis Sonntag 22 Uhr wieder für den Verkehr freizugeben - also deutlich früher als zuvor geplant. (hpe)

Update (Sonntag, 11:19 Uhr): Der Verkehr auf der B58 läuft ohne besondere Vorkommnisse. (acf)

Update (Samstag, 17.15 Uhr): Die Leitstelle der Polizei Münster zieht eine positive Bilanz nach dem ersten Tag der Autobahn-Sperrung. Ein Verkehrschaos sei ausgeblieben, die Lage vielmehr „völlig unauffällig“ gewesen, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. (tn)

Update (Samstag, 13.15 Uhr): Der Leitstelle der münsterischen Polizei liegen Informationen vor, dass sich der Verkehr auf der A 1 aus Richtung Süden teilweise auf einer Länge von drei Kilometern staut. In umgekehrter Richtung sieht es hingegen offenbar entspannter aus. (tn)

Update (Samstag, 11.11 Uhr): Erwartungsgemäß staut sich der Verkehr auf der Westfalenstraße in Hiltrup aufgrund der Autobahnsperrung zwischen Ascheberg und Münster-Hiltrup. Ab 10.30 Uhr war es in etwa so voll wie ansonsten an den Werktagen um 8 Uhr im Berufsverkehr. Auf der Bundesstraße ist Stop-and-Go angesagt, beginnend vom südlichen Ortseingang bis zum Merkureck. Glücklicherweise folgen viele Autofahrer der ausgeschilderten Umleitung, verlassen die Bundesstraße 54 und fahren über die Hansestraße in Richtung Anschlussstelle Münster-Hiltrup. (gro)

Update (Samstag, 10.15 Uhr): An der neuen Brücke Bönneweg liegen die ersten beiden Betonträger auf den Pfeilern. Die Arbeiten laufen voll im Zeitplan. Aktuell gibt es keine längeren Staus – weder auf der A 1 noch auf der Umleitung. (hpe)

Ursprungsbericht: 4,70 Meter Höhe rattert der Bohrhammer. Doch was hier am Donnerstagvormittag auf dem Brückenpfeiler zwischen den Fahrspuren der A 1 geschieht, ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was hier am Wochenende bevorsteht. Dann werden riesige Kräne im Einsatz sein – die Autobahn bleibt gut zwei Tage komplett gesperrt.

Südlich von Münster zwängt sich die Autobahn 1 durch ein Nadelöhr, denn ab der Ausfahrt Münster-Hiltrup ist sie in Richtung Kamener Kreuz pro Fahrtrichtung nur zweistreifig. Bis 2027 sollen es drei Spuren sein, der Ausbau läuft. Die westfälische Niederlassung der bundeseigenen Autobahn GmbH investiert allein in den 9,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Münster und Ascheberg in den kommenden fünf Jahren rund 93 Millionen Euro.

15 Brücken über der A 1 müssen ersetzt werden

Ein wichtiger Punkt dabei sind die 15 Brücken, über die die Autobahn führt oder die über die Autobahn führen. Sie müssen durch größere Bauwerke ersetzt werden. Deshalb wurde beispielsweise die von Münster-Hiltrup aus gesehen erste Brücke über die A 1 Mitte September abgerissen. Der Bönneweg, ein Wirtschaftsweg zwischen Münster-Amelsbüren, Ascheberg und Senden, endet seitdem vor einer rot-weißen Absperrung: Wo bis neulich eine Brücke stand, sind jetzt nur neue Pfeiler und die Widerlager zu sehen, also die Rampen an den beiden Enden der künftigen Brücke.

Umleitungen

Auf dem schlammigen Bauplatz neben der Autobahn steht am Donnerstagmorgen Bauingenieurin Ruth Winkler und erklärt, wie es weitergeht. An diesem Freitagabend wird die Autobahn in beide Richtungen voll gesperrt. Dazu fädeln sich orange blinkende Fahrzeuge der Autobahn-Gesellschaft in den Verkehr ein, bremsen ihn langsam ab und leiten die Fahrzeuge ab.

Zwei große Autokräne rollen an

Ist das geschafft, wird die Baustelle für den nächsten Schritt eingerichtet und die beiden Autokräne rollen an, die am Samstag ihre stählernen Muskeln spielen lassen sollen. Gegen 4 Uhr in der Nacht werden sie erwartet. Bis sie einsatzbereit sind, können nach Angaben von Projektleiterin Ruth Winkler zwei bis drei Stunden vergehen.

Foto:

Dann kommt der große Moment. Per Tieflader werden acht bis zu 43 Tonnen schwere und 21,25 Meter lange Beton-Fertigteile angeliefert. Die beiden Kräne nehmen sie nacheinander gemeinsam an den Haken und hieven sie auf die Brückenpfeiler. „Das kann man sich vorstellen wie Lego“, sagt Winkler. Doch die Kolosse klacken nicht so schön in­einander, sondern müssen genauestens, Zentimeter für Zentimeter, positioniert werden. Deshalb sieht die Planung für jedes der gigantischen Elemente eine Stunde Zeit vor. „Am Samstagabend sollen die Fertigteile richtig liegen, dann kann man auch schon drübergehen“, ist Winkler sicher.

Verkehr soll spätestens Anfang April fließen

Fertig ist die 46 Meter lange Bönneweg-Brücke dann aber noch nicht. Die Einzelteile müssen beispielsweise fest miteinander verbunden werden, dafür werden eigens eingearbeitete Hilfseisen verschweißt. Später kommen eine Dichtschicht und eine 20 Zentimeter dicke Betonschicht drauf. Das geschieht, wenn die Autobahn längst wieder freigegeben ist. Spätestens Anfang April soll dann der Verkehr über die Brücke fließen.

„Ich freue mich, dass es nun etwas wird“, sagt Ruth Winkler. Die Arbeiten seien im Zeitplan – aber dem Moment, wenn die Brücke geschlagen wird, fiebern die Beteiligten ähnlich entgegen wie der Häuslebauer dem Richtfest. Und deshalb darf eins am Ende des Wochenend-Einsatzes nicht fehlen: „Am Sonntagabend gibt es für alle eine Grillwurst.“

Letzte Vorbereitungen oben auf dem Brückenpfeiler zwischen den Fahrbahnen der A 1: Am Wochenende werden acht bis zu 43 Tonnen schwere Betonfertigteile hochgehievt, die künftig die Autobahn überbrücken. Foto: Gunnar A. Pier
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