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Protest von „Keinen Meter den Nazis“

Identitäre und AfD-Politiker bei „Frauenkongress“ in Münster

Münster

Rund 100 Demonstranten haben am Samstag gegen einen „Frauenkongress“ von rechten Initiativen, AfD-Politikern und Identitären am LWL-Landeshaus protestiert.

Von Jonas Wiening

Eine Demonstrantin hielt dieses Schild hoch und zeigte damit, was sie von dem „Frauenkongress“ hielt. Foto: Jonas Wiening

Das LWL-Landeshaus hat am Samstag AfD-Politikern, Identitären und rechten und rechtsextremen Influencerinnen ein Forum geboten. Denn hier richtete „Lukreta“, eine nach eigenen Angaben „unabhängige Initiative junger Frauen“, einen sogenannten „Frauenkongress“ aus.

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ rief zu Protesten gegen die Veranstaltung auf. Rund 100 Demonstranten versammelten sich vor dem LWL-Gebäude und machten lautstark deutlich, was sie von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des „Frauenkongresses“ hielten. Diese provozierten teilweise die Demonstranten, zeigten Gesten, lachten über Rufe und machten Fotos der Protestierenden. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot am LWL-Gebäude aufgeschlagen hatte, musste aber nicht eingreifen.

Diese Teilnehmerin des „Frauenkongresses“ machte Fotos der Demonstranten und provozierte die rund 100 Protestierenden, die lautstark ihre Meinung kund taten. Foto: Jonas Wiening

AfD-Politikerinnen und Identitäre als Rednerinnen

Acht Stunden lang wollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des „Frauenkongresses“ nach eigenen Angaben über Frauen- und Familienpolitik diskutieren. Als Rednerinnen sollten die AfD-Bundestagsabgeordnete Gerrit Huy, die AfD-Politikerin Anna Rathert und die der Identitären Bewegung zugeordnete Nina Charlotte Vanmeer, die unter dem Namen „Charlotte Corday“ auftritt, auf der Bühne stehen. Die Presse allerdings war nicht eingeladen. Hinter der Initiative „Lukreta“ stecken unter anderem Irmhild Boßdorf und Tochter Reinhild Boßdorf, die als rechte Influencerin ein Aushängeschild der AfD und ihrer Jugendorganisation ist. In den sozialen Netzwerken fällt Reinhild Boßdorf, die selbst schreibt, dass sie die Quote für kerndeutsche Frauennamen erfülle, nicht nur durch Ablehnung der Corona-Maßnahmen auf, sondern besonders dadurch, dass sie Gewalt gegen Frauen nutzt, um damit Stimmung gegen Migranten zu machen. Außerdem propagieren sie und „Lukretia“ ein herkömmliches Frauenbild und eine Transfeindlichkeit.

Das sei Grund genug, gegen den „Frauenkongress“ zu demonstrieren, waren sich die rund 100 Demonstranten am Samstag einig. Carsten Peters, Sprecher von „Keinen Meter den Nazis“ warf den Teilnehmern und Organisatoren der Veranstaltung „Rassismus, Antifeminismus und soziale Ausgrenzung“ vor.

Auch Juso-Mitglieder waren bei den Protesten gegen den „Frauenkongress“ dabei. Foto: Jonas Wiening

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