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Über 300 Gäste besuchen den Neujahrsempfang im Rathaus

AfD muss Haftpflichtversicherung abschließen

Münster

Die AfD muss eine Haftpflichtversicherung für ihren Neujahrsempfang im Rathaus abschließen. Mit 300 Besucher im Festsaal und Tausenden Gegendemonstranten wird gerechnet.

Ralf Repöhler

Die Tür zum Rathausfestsaal öffnet sich am 10. Februar für die AfD.
Die Tür zum Rathausfestsaal öffnet sich am 10. Februar für die AfD. Foto: Matthias Ahlke

305 Plätze sieht der Bestuhlungsplan des Festsaales im Rathaus vor. Exakt so viele Gäste werden beim umstrittenen Neujahrsempfang der AfD Münster am 10. Februar dabei sein. „Wir wissen bereits heute, dass die Veranstaltung ausgebucht sein wird“, sagt AfD-Ratsmitglied Martin Schiller. Die Besucher würden hauptsächlich aus Münster, wo die AfD inzwischen knapp 100 Mitglieder hat, und dem Münsterland kommen.

Sicherheitsdienst wird kontrollieren

Für die Veranstaltung im Festsaal wird der AfD das Raumrecht übertragen. Die Partei muss der Stadt dafür den Abschluss einer Haftpflichtversicherung speziell für den Neujahrsempfang wegen möglicher Schäden nachweisen. Die Einladungen werden in diesen Tagen verschickt, ein privater Sicherheitsdienst wird dann den Eingang kontrollieren. „Das werden professionelle Leute übernehmen. Wir haben zwei Angebote vorliegen“, sagt Schiller.

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Thorsten Geuting, Chef des münsterischen Service-Dienstleisters HRC, der unter anderem den Westfälischen Friedenspreis und das Kramermahl im Rathaus betreut, hat sein Angebot am Mittwoch zurückgezogen. „Wir hätten es ausschließlich gemacht, weil die Veranstaltung im Rathaus stattfindet“, so Geuting vor seinem Rückzug. Schiller betont, dass ein neutraler Sicherheitsdienst beauftragt werde, der nicht der AfD nahestehen müsse. „Wir rechnen mit massiven Gegendemonstrationen“, sagt Schiller voraus.

Übergriffe befürchtet?

Obwohl der Auftrag bislang nicht vergeben ist, warnt das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ bereits vor dem Sicherheitsdienst. Nach mehreren Zwischenfällen in der Vergangenheit und der Ankündigung der AfD, störende Gäste von einem eigenen Sicherheitsdienst entfernen zu lassen, seien Übergriffe zu befürchten, so das Bündnis. Es ruft alle Protestierenden auf, sich nicht einschüchtern zu lassen und entschlossen gegen die AfD zu protestieren.

Polizeipressesprecher Roland Vorholt bestätigt, dass es zwei Anmeldungen zu Gegendemonstrationen gebe. Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ will im Nahbereich seinen Protest gegen den Neujahrsempfang kundtun. Zudem plane eine Privatperson eine Menschenkette rund um das Rathaus.

Die Polizei sei in der Vorbereitung für den 10. Februar. Das förmliche Sicherheitsgespräch zwischen Stadt und Polizei habe indes noch nicht stattgefunden, bestätigen beide Behörden.

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