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Kommentar zur Kita-Debatte

AfD sieht im Bau neuer Kita-Plätze Angriff auf die Verfassung

Münster

AfD-Ratsherr Richard Mol sieht im Bau neuer Kindergärten einen Angriff auf die Grundlage unserer Verfassung. WN-Redakteur Dirk Anger kann da nur mit dem Kopf schütteln.

Dirk Anger

Der Bau neuer Kindergärten soll also ein Angriff auf die Grundlage unserer Verfassung sein. So sieht es zumindest AfD-Ratsherr Richard Mol in seiner wirren Vorstellung am Mittwoch in der Ratssitzung. Nur weil die Stadt dringend benötigte Kindergartenplätze bauen will, gefährdet sie in den Augen der münsterischen Alternative für Deutschland die Wahlfreiheit von Eltern, die ihr Kind lieber zu Hause betreuen wollen und auch die Arbeit von Tagesmüttern. Verstehen muss man diesen Zusammenhang nicht: Denn in Münster ist der Bedarf an Betreuungsplätzen nachweislich groß. Längst nicht alle Eltern haben einen Platz gefunden. Aber gar niemand wird gezwungen, sein Kind in die Kita zu schicken.

Dass die AfD mehrfach gegen den Bau neuer Kindergärten stimmt, ist deshalb ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die arbeiten müssen oder sich fortbilden wollen – und deshalb eine Betreuung für ihren Nachwuchs suchen. Sachpolitik für Menschen vor Ort geht jedenfalls anders. Und die berechtigte Frage, ob die Stadtverwaltung wirklich so viele Dringlichkeitsentscheidungen auf den Weg bringen muss, geht im nachvollziehbaren Protest gegen die AfD-Denke leider weitgehend unter.

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