Kinder in der Corona-Zeit

„Aktion Anschluss“ soll der Jugend helfen

Münster

Die SPD hat in einem umfangreichen Maßnahmenkatalog Vorschläge formuliert, wie Kindern und Jugendlichen aktuell aber auch nach der Corona-Zeit geholfen werden könnte. Der Schulbetrieb steht im Vordergrund – aber der Blick geht auch in die Sommerferien.

Karin Völker

Foto: Ulrich Perrey/dpa

Kinder und Jugendliche sind für Doris Feldmann, schulpolitische Sprecherin der SPD-Ratfraktion, die großen Verlierer der Pandemie – besonders wenn sie in sozial prekären Lebensverhältnissen aufwachsen. Die Sozialdemokraten im Rat haben deswegen für die gesamte Koalition mit Grünen und Volt einen umfangreichen Ratsantrag formuliert, der aufzeigt, wie die Stadt Kinder und Jugendliche während und nach der Pandemie besonders unterstützen sollte.

Anders als die Bundesregierung, die gleichzeitig ihr „Aufholpaket“ vorstellte, hat die SPD ihren Maßnahmenkatalog mit „Aktion Anschluss“ überschrieben.

Kommunale Maßnahmen

Gefordert werden kommunale Maßnahmen entsprechend der aktuellen Corona-Entwicklung. Doris Feldmann spricht davon, dass es unter Kindern in der dritten Corona-Welle in manchen Stadtvierteln „vierstellige Inzidenzen“ gegeben habe.

Die SPD fordert ganz akut, das kontinuierliche Testen an den Schulen etwa in Zelte auf den Schulhöfen auszulagern und von Freiwilligen durchführen zu lassen – und so die Lehrkräfte zu entlasten. Die Zelte könnten auch im Laufe des Tages für die Betreuung und für Förderangebote genutzt werden.

Schulen sollten für alle Räume CO-Messgeräte erhalten, um regelmäßiges Lüften zu erleichtern und Räume zu identifizieren, die schwer zu lüften seien und in denen es bisher keine Luftfiltergeräte gebe. „Sie könnten aus dem NRW-Fördertopf beantragt werden.“

Freizeitangebote in den Sommerferien

Der Schülerverkehr soll kurzfristig mit zusätzlich angemieteten Bussen verstärkt werden, das Personal der Notbetreuung im offenen Ganztag von der Stadt durch Personal aus Jugendhilfeeinrichtungen und Vereinen aufgestockt werden.

In den Sommerferien soll die Stadt mit einer guten Teststrategie Ferienfreizeitangebote ermöglichen und für Veranstalter die Möglichkeit schaffen, auch ganz kurzfristig noch Förderung für Angebote zu stellen, erklärt Julian Lagemann, Mitglied im Jugendausschuss. Das Paket, in dem weitere Maßnahmen vorgeschlagen werden, soll bei der nächsten Ratssitzung eingebracht werden.

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