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Missbrauchskomplex Münster

Alle Plädoyers im Verfahren nicht öffentlich

Münster

Vier Verfahren laufen aktuell vor dem Landgericht mit Bezug zum Missbrauchskomplex Münster. Dabei dürften die Plädoyers allesamt unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden.

Dirk Anger

Die Plädoyers in den aktuell laufenden Missbrauchsprozessen vor dem Landgericht finden offenbar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das ändert sich erst bei der Urteilsverkündung. Foto: Friso Gentsch

Für den 50-jährigen Mann aus Hannover, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht angeklagt ist, neigt sich der Prozess dem Ende entgegen. Am Freitag sollen die Schlussvorträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft gehalten werden. Die mit Spannung erwarteten Plädoyers in diesem, aber auch in den drei parallel laufenden Verfahren wegen Missbrauchs – darunter der Mammutprozess um Adrian V. und vier weitere Angeklagte – werden aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Darauf weist Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus hin. Auch wenn nur ein kleiner Teil eines Verfahrens nicht-öffentlich gewesen sei, müssten als zwingende Folge die Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, erläutert Vahlhaus unter Bezug auf eine Vorschrift im Gerichtsverfassungsgesetz. Schließlich könnten die Beteiligten in ihrem Schlussvortrag auf alle Beweismittel im Rahmen der Hauptverhandlung Bezug nehmen, also auch auf die, die nur in nicht-öffentlicher Sitzung bekannt gemacht wurden.

Öffentlichkeit bei der Urteilsbegründung zugelassen

Anders ist es dagegen laut Vahlhaus bei der Urteilsbegründung. Dort sei die Öffentlichkeit zugelassen, weil es das Gericht selbst in der Hand habe, was öffentlich gemacht werde.

Im Prozess gegen Michael H., dem vorgeworfen wird, 2019 in drei Fällen den Ziehsohn von Adrian V. sexuell missbraucht zu haben, schließt das Gericht am Mittwoch erneut die Öffentlichkeit aus. Vor der Kammer sagen die Vernehmungsbeamtin des Opfers sowie dessen Vormund aus. Die Sachverständige erstattet das psychiatrische Gutachten, das maßgeblich darüber entscheidet, ob Michael H. eine spätere Sicherungsverwahrung erwartet.

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