Neuer „Gallery Walk“ an der Villa ten Hompel

Als Westfalen völkisch wurde

Münster

In der Villa ten Hompel startet jetzt ein neuer „Gallery Walk“. Titel: „Die Demokratie als Feind“. Zu sehen ist er am Außenzaun der Villa. Per QR-Code kann man Hörstationen aktivieren.

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Ein neuer „Gallery Walk“ startet am heutigen Dienstag an der Villa ten Hompel. Foto: Matthias Ahlke

In der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen stellt sich zwangsläufig die Frage, wie es möglich war, dass dieses Regime an die Macht kommen und weitläufige Unterstützung erhalten konnte.

Die Nationalsozialisten erschienen keineswegs aus dem Nichts: In kleinen Schritten erfolgte der Aufstieg der NSDAP aus völkischen und rechten Splitterbewegungen, die ihre Ideologie verbreiteten und die junge Demokratie der Weimarer Republik mit allen Mitteln bekämpften.

Die Angriffe erfolgten dabei weniger auf dem großen politischen Parkett, sondern direkt vor der Haustür: Auch in Westfalen gibt es zahllose Beispiele, an denen sich antidemokratische Mechanismen völkisch-nationalistischer Gruppen der Weimarer Zeit ablesen lassen.

Diesen Strategien und Aktionsformen völkischer Organisationen widmet sich der neue „Gallery Walk“ der Villa ten Hompel unter dem Titel „Demokratie als Feind“. Historische Beispiele von Ereignissen und Aktionen, die zwischen 1918 und 1933 in Westfalen stattfanden, in de­nen umgedeutet und Akteure ausgegrenzt, verleumdet oder eingeschüchtert wurden, veranschaulichen, wie die Verfechter eines antidemokratisch-völkischen Deutschlands die Grenzen des Sagbaren und damit des Handelns immer weiter zu ihren Gunsten verschoben.

Start am heutigen Dienstag

Ab heute ist der „Gallery Walk“ am Außenzaun der Villa zu sehen. Er bietet laut Pressemitteilung Interessierten die Möglichkeit, unabhängig von Öffnungs- oder etwaigen pandemiebedingten Schließzeiten einen Zeitsprung in die Demokratie der Weimarer Republik zu wagen und sich mit dem „Völkischen Westfalen“ auseinanderzusetzen.

Durch QR-Codes abrufbare Hörstationen verdeutlichen die Mechanismen und regionalen Ereignisse, die im letzten Jahr in einigen Städten in Form von „Zeitfenstern“, grafisch gestalteten Schaufenstern, inszeniert wurden.

Die Idee zur Ausstellung entwickelte sich aus dem Problembewusstsein heraus, dass unsere heutigen demokratischen Strukturen und Werte oft als selbstverständlich wahrgenommen, aber auch attackiert werden.

Konzipiert wurde die Ausstellung von Christoph Spieker, Leonard Schmieding, Philipp Schwerdtfeger und Timo Nahler. Unterstützt und gefördert wurde es durch den Förderverein der Villa ten Hompel, die Allianz für Wissenschaft der Stadt Münster, die Landeszentrale für politische Bildung NRW sowie die LWL-Kulturstiftung.

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