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Massive Kontrollen und Aufenthaltsverbote zeigen Wirkung

Still ruht der Aasee

Münster

Alles unter Kontrolle am Wochenende am Aasee genau dort, wo noch vor einer Woche aggressive Jugendliche um Mitternacht randalierend einer Polizeikette der Einsatzhundertschaften gegenüberstanden.

Von Helmut P. Etzkorn

Keine Menschenseele mehr auf und an den Aaseewiesen, die sonst bei sommerlichen Abendtemperaturen zur besten Partystunde dicht besetzt wären. Die Stadt setze am Wochenende erstmals das nächtliche Verweilverbot zwischen Kugeln und Bastion durch.
Foto: Helmut P.  Etzkorn

Der aktuelle Plan von Stadt und Polizei mit Sperrung der Wiesen und einem Verweilverbot ab 21 Uhr, Durchfahrtsverboten für Auto-Poser auf der Adenauer-Allee und einer massiven Präsenz an Ordnungskräften ging zumindest in den Nächten von Freitag bis Sonntag auf.
„Die neuen Regeln funktionieren gut und das Verweilverbot zwischen Aaseekugeln und Bastion wurde angenommen. Es gab keine Probleme mit Menschen, die hier die Gewalt suchten“, so der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer in einer ersten Bilanz.

Auch Ordnungsamtschef Norbert Vechtel ist zufrieden: „Besonders das Glasverbot zeigt Wirkung, wir haben kaum noch Scherben gefunden.“ Mittelfristig müsse man nun allerdings ein Konzept entwickeln, mit dem alle leben können. „Da muss die ganze Stadtgesellschaft mitwirken, wir brauchen einen langen Atem“, so Vechtel.

Die Maßnahmen sind, so Heuer am Sonntag, zunächst auf vier Wochen begrenzt. In jedem Fall aber will man neben dem Aasee „auch den Blick auf die Situation im gesamten Stadtgebiet nicht vernachlässigen.“

Auch die Polizei spricht von einer „insgesamt friedlichen Lage“. Schon an den Einfallstraße wie am Autobahnzubringer Weseler Straße zur A 43 standen Kontrolltrupps und nahmen verdächtig erscheinende Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen ins Visier.

Parallel dazu stellte sich am Freitagabend an den Absperrgittern am See demonstrativ eine größere Anzahl an Uniformierten auf, Rund 50 Jugendliche saßen derweil friedlich auf ihren Decken an den Kugeln und genossen bei Temperaturen knapp unter 30 Grad die Abendsonne.

21.15 Uhr startete das Ordnungsamt an beiden Abenden einen letzten Appell und forderte die restlichen Picknickfreude freundlich auf, doch jetzt das Gelände zügig zu verlassen. Das passierte dann auch völlig geräuschlos, wenig später waren die Wiesen leer und so blieb es auch die ganze Nacht.

Fahrzeugkontrollen an der Annette-Allee: Mögliche Auto-Poser sollen gar nicht die Chance kriegen, ihre Motoren aufheulen zu lassen. Foto: Etzkorn

Wegen der Halte- und Durchfahrverbote auf der Annette-Allee und Adenauerallee waren praktisch nur noch Einsatzfahrzeuge dort unterwegs. Vor einer Woche heulten an gleicher Stelle noch im Dauerstau die Motoren der PS-Monster auf.

Eine erleichterte Anwohnerin

An den Aaseetreppen, wo ebenfalls Securitykräfte vor den gut gefüllten Gastronomiebetrieben postiert waren, war so gut wie nichts los. Bis auf die brummenden Generatoren der mobilen Flutlichtanlagen vom Technischen Hilfswerk (THW) war es am Wochenende erstmals wieder am Naherholungsgebiet geräuscharm. „Still ruht der See, Gott sei Dank“, rief eine Anwohnerin, die vom Balkon ihres Hauses auf die Szenerie blickte und dankbar für die konzertierte Aktion ist. Vereinzelt kreisten noch ein paar Jogger und Abendspaziergänger um den See, die Lage änderte sich auch nicht um Mitternacht.

Die am Aasee eingesetzten Polizisten verlebten einen ruhigen Abend. Foto: Helmut P. Etzkorn

Befürchtungen der Polizei, die gewaltbereite Szene könnte sich auf andere Plätze in der Stadt verlagern, bestätigen sich nicht. Am Hafenplatz wurden Samstagabend rund 50 „potenzielle Störer“, so die Polizei, entdeckt. Im Südpark sowie am Hafen und im Bereich des Kanals ist es friedlich und voll wie immer an lauen Münster-Abenden. Die Polizei erteilte am Wochenende insgesamt 34 Platzverweise. dazu kamen drei Anzeigen wegen Widerstandes und Beleidigung sowie eine Festnahme. zur Verhinderung weiterer Straftaten.

„Nichts außergewöhnliches für einen Freitagabend bei diesen Temperaturen“, so Polizei-Pressesprecherin Antonia Linnenbrink. Auch die Poser-Szene machte einen Bogen um Münster. Die intensiven Kontrollen überall im Stadtgebiet hatten sich wohl schnell in der Szene rumgesprochen.

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