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Dackel-Brauerei

Am Germania-Campus wird wieder Bier gebraut

Münster

David Deilmann entdeckte vor fünf Jahren seine Vorliebe für die Braukunst. Jetzt hat er die Dackel-Brauerei eröffnet. Am Germania-Campus lebt damit eine alte Tradition wieder auf.

Gabriele Hillmoth

Die fünf Tanks sind gefüllt. David Deilmann richtet am Germania-Campus die „Dackel“-Brauerei ein und lässt damit die alte Brauerei-Tradition wieder aufleben. Foto: PR/Marlena Kretzer

Das Rezept für sein Bier verrät David Deilmann natürlich nicht. Der Hotelier und Gastronom ist unter die Bierbrauer gegangen. Aus der Hobbyphase ist er längst heraus. Momentan steht der 40-Jährige jeden Tag in seiner Brauerei, die er in der ehemaligen Volksbank-Filiale auf dem Germania-Campus eingerichtet hat und die den Namen „Dackel“ trägt.

Rezept ist Geheimsache

Würde der Tresor noch in der alten Bankfiliale stehen, dann hätte Deilmann die Rezeptur für seine beiden Biere bestimmt dort eingeschlossen. Der Stil des Brauens beeinflusse sein Bier, erklärt Deilmann.

Dass vier Zutaten in ein normales Bier gehörten, sei kein Geheimnis. Neben Wasser, Hopfen und Malz spielt natürlich die Hefe eine Rolle. Dabei begnügt sich der Brauer aber nicht mit einem handelsüblichen Hefepäckchen wie beim Backen, Deilmann greift zu größeren Hefebrocken.

Bis zu acht oder zehn Wochen dauert es, bis das Bier ausgeschenkt werden kann. Genau dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.

Mehr als 30 Jahre nach der Schließung der Germania-Brauerei lässt David Deilmann die Tradition wieder aufleben.

Wie Dackel das Bierbrauen sicherer machten

Den Namen Dackel wählte er mit seinem Team, weil der Hund früher der treue Begleiter eines Brauers war. Es gab Zeiten, da war das Bierbrauen gefährlich, erzählt Klaus Kretzer vom „Dackel“-Team. Menschen starben in Gärkellern, weil sie am geruchlosen Kohlendioxid, das bei der Gärung freigesetzt wurde, erstickt seien. Um den Gang in den Gärkeller sicher zu überleben, musste zunächst der Dackel voran. Blieb dieser stehen, sei Gefahr in Verzug gewesen. An der Leine zurück an die Luft gezogen, seien die Tiere dann wieder zu sich gekommen.

Jetzt wird im „Dackel“ ohne Dackel produziert. Der Fokus richtet sich auf ein obergäriges Bier, das mit einer starken Hopfennote geschmacklich in Richtung Altbier geht. Das untergärige Bier gleicht einem Pils.

Rückkehr der Braukunst

Während der Biermarkt immer stärker unter wenigen Groß-Brauereien aufgeteilt wird, sprießen vielerorts kleine Brauereien aus dem Boden. In Münster sind seit 2010 die Brauereien Finne, Läuterwerk und Gruthaus entstanden. Zudem gibt es das Traditionsunternehmen Pinkus.

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