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Neues Unterrichtskonzept

Am Hildegardis-Berufskolleg ist digital ganz normal

Münster

Stell dir vor, du gehst zur Schule und bekommst ein Tablet . . . Klingt nach Science Fiction? Nicht an der Hildegardisschule. Das bischöfliche Berufskolleg ist stolz darauf, digitalen Unterricht uneingeschränkt ermöglichen zu können.

Karin Völker

Schülerinnen und Schüler an der Hildegardisschule arbeiten mit Tablets. Das Digitale ist jetzt an der Schule Programm. Foto: Hildegardisschule

Peter Garmann, stellvertretender Schulleiter des bischöflichen Berufskollegs Hildegardisschule, erwartet ziemlich gelassen die Beschlüsse, die Kanzlerin und Ministerpräsidenten bei ihrer heutigen Konferenz zur Eindämmung der Pandemie fassen werden. Distanzunterricht für ältere Schüler wünscht sich Garmann keineswegs – „aber wir wären darauf vorbereitet“, sagt er. Die außerordentliche Lehrerkonferenz hat einstimmig „ja“ gesagt, die Schulkonferenz gerade das neue umfassende Unterrichtskonzept des Berufskollegs abgesegnet. Darüber steht dick die Überschrift: digital.

In allen Fächern ist an der Hildegardisschule die Zeit der kopierten Arbeitsblätter vorbei. Eine Lehrer-Arbeitsgruppe hat digitale Lernmodule, didaktische Empfehlungen und Unterrichtsmodelle für die Vermittlung von Medienkompetenz entwickelt, Fortbildungen für die Kollegen organisiert und parallel die technischen Voraussetzungen für den digitalen Unterricht für alle geschaffen.

850 Tablets für alle

Dafür sind die Endgeräte, die Tablets, auch im Präsenzunterricht notwendiges Lernwerkzeug. Dass wirklich alle rund 850 Schülerinnen und Schüler damit ausgerüstet sind, ermöglicht es der Schule, aus der Distanz zu unterrichten. Auch aktuell: Wenn einzelne Schüler in Quarantäne geschickt werden, können sie per Live­stream den Unterricht an der Schule nicht nur verfolgen, sondern sich auch beteiligen.

„Die technischen Möglichkeiten sind da“, sagt Meinolf Bömelburg, Leiter der Abteilung Fachoberschule. Das W-Lan der Schule halte es aus, wenn alle Schüler und Lehrer gleichzeitig online seien. Probleme gibt es eher mit den Internetverbindungen der Schüler zu Hause, besonders in ländlichen Gegenden.

„Es klappt viel besser als erwartet“

Die Digitalisierungsstrategie der Schule nahm im Frühjahr während des ersten Lockdowns – die Schulen waren zwei Monate lang geschlossen – richtig Fahrt auf, erzählt Alexander Feldmann, ebenfalls Abteilungsleiter für die Höhere Handelsschule. Die überraschende Erfahrung aus dieser Zeit: „Es klappte viel besser als erwartet“, sagt Silke Hüppe, Abteilungsleiterin für das berufliche Gymnasium. Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler – viele von ihnen junge Erwachsene – nutzen ohnehin schon eigene Tablet-Computer, die meisten anderen hatten zumindest einen PC zu Hause. Für alle anderen gab es Leihgeräte der Schule.

Verträge mit Hardware-Anbietern

„Wir schreiben den Schulen nicht vor, ein ganz bestimmtes Gerät, etwa ein iPad zu kaufen“, betont Garmann – „alle anderen handelsüblichen und eben oft preiswerteren Modelle erfüllten ihren Zweck und sind kompatibel mit der digitalen Lernplattform. Wer jetzt selbst ein Gerät haben möchte, aber den kompletten Preis nicht sofort zahlen kann, bekommt das Angebot, eines über die Schule zu leasen. „Wir haben Verträge mit Hardware-Anbietern abgeschlossen“, so Feldmann.

Besserer Notendurchschnitt

„Wir mussten im Frühjahrs-Lockdown konsequent in den Distanzunterricht einsteigen“, so Bömelburg – denn für viele Schüler stand der Berufsabschluss bevor. Die Ergebnisse der Abschlussprüfungen – und das überraschte die Pädagogen dann doch – fielen im Durchschnitt besser aus als in „normalen“ Zeiten. „Wir konnten uns in den digitalen Lerneinheiten noch besser auf die Prüfungsinhalte fokussieren“, so Feldmann, der festgestellt hat: „Manches geht im digitalen Unterricht sogar besser.“

Eine Erfahrung, aus der die Schule lernt.

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