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Teil des Masterplans

Ameisenbär Junio: Der erste Bewohner des neuen Zoos

Münster

Neuer Bewohner im Allwetterzoo Münster: Am Montagnachmittag kam der Tiertransport aus Frankfurt mit einem Ameisenbär auf der Sentruper Höhe an. Mit „Junio“ wird eine neue Ära im Zoo eingeleitet.

Ralf Repöhler

Ameisenbär Junio wohnt fortan in Münsters Allwetterzoo. Foto: Oliver Werner

In Brasilien brennt seit Wochen der immer kleiner werdende Lebensraum von Junio. Der Große Ameisenbär gilt als gefährdet, die Tiere sind immer seltener in freier Wildbahn, also in den Regenwäldern, Sumpf- und Graslandschaften Süd- und Mittelamerikas, zu beobachten. In Münsters Allwetterzoo ist Junio der erste seiner Art. Am Montagnachmittag kam der Tiertransport aus Frankfurt auf der Sentruper Höhe an. Gut drei Stunden waren Tierpflegerin Anke Riehm, die schon mal eine Leopardin aus Chemnitz abgeholt hat, und Junio auf der Sauerland-Linie unterwegs.

Ganz vorsichtig tapst der gut ein Jahr alte Ameisenbär aus der mit Lochblech von innen verkleideten Holzkisten in seinen neuen Stall. Man hört ein lautes Riechen. Knapp 40 Kilo wiegt das im Juni 2018 geborene Jungtier, noch ist es nicht ganz ausgewachsen. Irgendwann wird es so groß wie ein Schäferhund sein. Charakteristisch ist die 40 Zentimeter lange Nase des Ameisenbären. „Erst kommt die Nase und dann lange nichts“, scherzt Tierpfleger Alexander Dietrich, als sich die Holzkiste öffnet und wirklich erst nur die Nasespitze hervorlugt.

Tropenhaus wird abgerissen

Die neue Tierart läutet die neue Ära ein. Zoodirektor Dr. Thomas Wilms hatte der Politik den Masterplan 2030 plus vorgestellt, der das Profil des Zoos als Artenschutz- und Bildungsinstitution schärfen soll. Die künftige Einteilung wird durch die Klimazonen Gemäßigte Zone, Subtropen und Tropen bestimmt. Als eine der ersten großen Maßnahmen soll in den Jahren 2020/21 das Tropenhaus abgerissen und als „Regenwald Südamerikas“ neu aufgebaut werden. Einer der Bewohner wird neben bereits vorhandenen Tieren Junio sein. „Er ist das erste größere Tier, das mit Blick auf die Umsetzung des Masterplans zusätzlich nach Münster kommt“, sagt Zoo-Kurator Dr. Dirk Wewers.

Große Ameisenbären hatte es um 1900 und zuletzt in den 1960er-Jahren im alten münsterischen Zoo gegeben. Der Speiseplan sah damals Kondensmilch und zerkrümelte Hundekuchen vor. Junio mag gerne Mehlwürmer. Die Insektenproteine verputzt er drei Mal am Tag in einem extra angerührten Brei. „Auch Joghurt schleckt er gerne“, sagt Wewers.

Junio wird nicht der einzige Ameisenbär im Allwetterzoo bleiben. Im Oktober gesellt sich Milo dazu. Das drei Jahre alte Weibchen kommt dann aus einem belgischen Zoo und soll mit Junio Nachwuchs zeugen. Dafür steht den beiden Tieren das von Grund auf erneuerte, frühere Gehege der Pekaris gegenüber der Nashorn-Anlage zur Verfügung. Die sieben südamerikanischen Nabelschweine haben Münster verlassen und leben seit Mai im Eifelzoo. Das Gitter ist durch ein dicke Glasscheibe ausgetauscht worden. Dahinter wird Junio voraussichtlich ab Donnerstag von den Zoobesuchern beobachtet werden können.

Nachwuchs bei zwei bedrohten Schildkrötenarten

Der Allwetterzoo freut sich über Nachwuchs bei gleich zwei stark bedrohten Schildkrötenarten. Exemplare der Art „Cuora Mccordi“ werden nach Angaben des Zoos seit dem Jahr 2010 nicht mehr in der Natur gefunden und gelten in der freien Wildbahn als ausgestorben. Die kleine Schildkröte schlüpfte bereits Mitte August.

Gehalten wird die Art nur in vier der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) angehörenden Zoos. In Münsters internationalem Zentrum für Schildkrötenschutz sind im August ebenfalls zwei Schildkröten der Gattung „Cuora Bourreti“ geschlüpft. So wie die „Cuora Mccordi“ stehen auch diese als „kritisch gefährdet“ auf der Roten Liste, teilt der Zoo mit.

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