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Erster Adventssamstag in Münsters City

An Weihnachtsatmosphäre fehlt es mächtig

Münster

„Verhalten“ lautete das von den Einzelhändlern der Innenstadt am häufigsten genannte Wort. Im positiven Sinne ging es dabei um das vorbildliche Verhalten der Einkäufer bei der Einhaltung der Corona-Hygieneregeln. Eher skeptisch und mit leichter Sorge wurde mit „verhalten“ das Kundenaufkommen und der damit zusammenhängende Umsatz an diesem ersten Adventssamstag kommentiert.

Von Klaudia Maleska

Mathilde Deipenbrock (l.) und Ida Ahrens auf dem Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof haben Verständnis dafür, dass ihre älteren Stammkunden aus Vorsicht daheimbleiben. Foto: Wolfram Linke

Tatsächlich zeigte das Passantenaufkommen in den Haupteinkaufsstraßen deutliche Lücken. Auch die Arkaden zeigten sich „luftig“ und auf den Weihnachtsmärkten konnten Besucher ungehindert durch die Gänge flanieren. Wo mancher Münsteraner vor Corona über die von Auswärtigen überfüllte City räsonierte, mochte man sich diesen Samstag reumütig eingestehen, dass es mächtig an Weihnachtsatmosphäre fehlte.

Mathilde Deipenbrock vermisste an ihrem Weihnachtsdeko-Stand vor allem die älteren Stammkunden, hatte aber trotz absehbarer Einbußen Verständnis: „Sicherheit geht auf jeden Fall vor“, sagte sie. Leere Flächen dort, wo es sonst vor Glühweintrinkern kein Durchkommen zum Ausschank gab – davon ließ sich eine fröhliche Gruppe aus dem Ruhrgebiet nicht die Stimmung verderben. Die Arbeitskollegen der Dortmunder Stadtwerke hatten für den Besuch der münsterischen Weihnachtsmärkte einen Bus gemietet und waren bester Laune. „Wir sind geimpft und halten uns an die Regeln“, lautete die Begründung dafür, dass man doch im rechten Rahmen auch vergnügt sein dürfe. Das meinten auch vier Freundinnen aus Paderborn, die sich von Masken ihr Shoppingerlebnis nicht vermiesen ließen.

Johannes Bauer, Filialleiter der Buchhandlung Poertgen Herder

Andreas Weitkamp, Sprecher der Initiative starke Innenstadt Münster, hatte Ende der Woche mehr Kundenaufkommen beobachten können als am Samstag. „Das kann am Black Friday genauso gelegen haben wie am heutigen Wetter“, meinte er. Zudem wies er auf das weit nach dem vierten Advent liegende Weihnachten hin. „Das räumt den Kunden mehr Zeit zum Geschenkeeinkauf ein.“ Luft nach oben sei aber reichlich. Das bestätig auch Johannes Bauer, Filialleiter der Buchhandlung Poertgen Herder. „Wir sind weit von den Einnahmen des vergangenen Jahres entfernt“, saget er, „und es müsste ein Wunder geschehen, wenn wir unsere Zielvorstellungen erreichen.“ Trotzdem sei er optimistisch, „sofern“, schränkt Bauer ein, „es zu keinen weiteren Restriktionen aufgrund der Pandemie-Lage kommt.“ Der Buchhandel zeigte sich indes recht gut besucht, unter den Käufern waren auch Dennis Lange und seine Bekannte Milli K. aus Aachen. „Bei einem Besuch will man doch trotz Maskenpflicht nicht auf einen Stadtbummel verzichten“, meinten beide.

Dass die „Maskenatmung“ den Einkauf zwar störe, aber das persönliche Shoppingerlebnis überwiegt und man vor allem bewusst den Einzelhandel stärken wolle, bekundeten unter vielen Befragten auch Karina Hauphoff und Martin Gerwinat, die aus dem Umland nach Münster gekommen waren. „Ich glaube, wir profitieren von der Nähe zum Weihnachtsmarkt“, konnte sich Diana Dallashaj von „Lush“ nicht über mangelnde Kaufinteressenten beklagen. Auch sie lobte wie alle ihre Einzelhandelskollegen die vorbildliche Haltung der Kunden bei der Einhaltung der Corona-Regeln.   

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