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Neugeborenes soll wie Kanzlerin heißen

Angela Merkel im St.-Franziskus-Hospital geboren

Münster

(Aktualisiert) Angela Merkel hat im St.-Franziskus-Hospital das Licht der Welt erblickt – am Mittwoch vergangener Woche: Aus Dankbarkeit benannte ein syrisches Flüchtlingspaar seine Tochter nach der Kanzlerin.

Elmar Ries

Khalid Muhammed und Asia Faray (sitzend, v.l.) haben ihre frischgeborene Tochter nach Bundeskanzlerin Angela Merkel benannt. Das Team der Geburtsklinik freute sich über den „prominenten“ Nachwuchs (v.l.): Oberärztin Dr. Anke Hövels, Hebamme Johanna Demmer, Chefarzt Dr. Florian Urlichs, Chefarzt Dr. Nikolaos Trifyllis und Babylotsin Beate Riße. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Angela Merkel ist 53cm groß, wiegt 3920 Gramm schwer, wurde am 16. August im St. Franziskus-Hospital in Münster geboren. Ihre Eltern Asia Faray und Khalid Muhammed flohen mit ihren vier Kindern aus Syrien und leben seit zwei Jahren in Deutschland. Aus Dankbarkeit, so teilte es das Franziskus-Hospital am Dienstag mit, haben sie ihrer nun geborenen Tochter den Namen der Bundeskanzlerin gegeben.

Als sie fotografiert wird, schläft Angela Merkel Muhammed ruhig auf dem Arm ihrer Mutter und bekommt von dem Trubel um ihren Vornamen nichts mit. Erst in ein paar Jahren wird sie wohl verstehen, dass sie genauso heißt wie die heutige Regierungschefin.

Das Baby ist nicht das ­erste in Deutschland geborene Kind, das den Namen der Bundeskanzlerin trägt. So hatten unter anderem Flüchtlinge aus Duisburg ihr im Dezember 2015 geborenes Kind ebenfalls so genannt, bestätigte ein Sprecher der Stadt Duisburg. Das Standesamt hatte damals bei dem Namen keine Bedenken. Grundsätzlich billigten die Gerichte laut dem Sprecher Eltern bei der Namens­gebung einen großen Spielraum zu. Entscheidend sei, dass das Kindswohl nicht ­gefährdet ist. Das sei bei dem Namen Angela Merkel nicht der Fall.

Ob das die Behörden in Münster genauso sehen, ist noch offen. Die Stadt Münster in einer ersten Reaktion von „noch offenen Fragen“, die erste mit dem Besuch der Eltern im Standesamt zur Anzeige der Geburt beantwortet werden könnten. Nach deutschem Namensrecht, so das Presseamt ­weiter, könne das Mädchen den Vornamen „Angela“ erhalten. Der Vorname „Merkel“ sei jedoch als Jungen­name klassifiziert und „steht deshalb wie andere Jungennamen für ein Mädchen nicht zur Verfügung“.

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