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Flüchtlingsunterkunft auf Oxford-Areal

Anzeige nach Hinweis auf "Störzimmer" in Notunterkunft

Münster

Das Netzwerk Kirchenasyl Münster hat nach Vorwürfen wegen mutmaßlicher Freiheitsberaubung in einer früheren Notunterkunft für Flüchtlinge Strafanzeige gestellt.

wn

Die Erstaufnahmestelle des Landes wurde bis Ende 2017 federführend von den Johannitern betreut, wie das Archivbild zeigt. Foto: Kay Böcking

Das Netzwerk Kirchenasyl Münster hat am Montag Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Münster erstattet. Grund dafür sind laut eigener Pressemitteilung die Vorfälle, die 2016 in der ehemaligen Notunterkunft für Geflüchtete in der Oxford-Kaserne geschehen sein sollen und von denen ehemalige Mitarbeiter nun berichtet haben (wir berichteten).

Dort sollen Geflüchtete, die gegen die Hausordnung verstießen, unbequem waren oder Forderungen stellten, in einem eigenen „Störzimmer“ isoliert  ein Mitarbeiter des Wachdienstes soll vor der Tür positioniert worden sein.

Lückenlose Aufklärung gefordert

„Sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten, würde es sich hier um Menschenrechtsverletzungen, die möglicherweise den Straftatbestand der Freiheitsberaubung erfüllen, handeln,“ heißt es dazu in einem offenen Brief, mit dem sich das Netzwerk nun unter anderem an das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bezirksregierung und die Stadt Münster gewandt hat.

Das Netzwerk Kirchenasyl ruft alle Beteiligten und Verantwortlichen auf, zur Aufklärung beizutragen und die Ergebnisse öffentlich zu machen. „Wir fordern von allen Verantwortlichen, dass sie die Vorfälle und die sich in diesem Zusammenhang aufdrängenden zahlreichen offenen Fragen nach der Existenz eines sogenannten Störzimmers und dem Umgang mit Störungen in dieser Notunterkunft lückenlos und umfassend aufklären,“ heißt es in der Mitteilung des Netzwerks Kirchenasyl weiter.

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