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Erhöhte Nachfrage seit Kriegsausbruch

Apothekerin warnt vor Einnahme von Jod

Münster

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine steigt bei vielen Menschen offenbar die Angst vor dem Einsatz von Atomwaffen. In Apotheken steigt seitdem zumindest die Nachfrage nach Jod-Tabletten. Doch eine Apothekerin warnt.

Jodtabletten in einem Blister liegen auf einem Tisch. Foto: dpa/Rainer Jensen

Die Angst davor, dass im Krieg Russlands gegen die Ukraine Atomwaffen eingesetzt werden könnten, sorgt derzeit für eine erhöhte Nachfrage nach Jod-Tabletten in den Apotheken. „Ich rate jedoch dringend davon ab, sich durch eine selbstständige Einnahme der Tabletten vor einer vermeintlichen Belastung mit radioaktivem Jod zu schützen“, warnt Angelika Plassmann, Sprecherin der münsterischen Apothekerschaft, in einer Pressemitteilung.

Aus einem Kernkraftwerk könne durch einen Unfall oder Angriff radioaktives Jod austreten. Dieses würde in der Schilddrüse gespeichert. Schilddrüsenkrebs könne die Folge sein. Um in einem solchen Fall die Aufnahme von radioaktivem Jod zu blockieren, reiche eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid als Notfallmedikament („Jodblockade“).

Jodtabletten bergen hohes Risiko

Erwachsene über 45 Jahren sollten grundsätzlich keine hochdosierten Jodtabletten einnehmen. Diese erhöhten das Risiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen. Apotheker-Sprecherin Plassmann weiter: „Gegen andere radioaktive Stoffe wie Caesium, Strontium oder Plutonium helfen Jodtabletten nicht.“

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