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Künftige Nutzung offen

Architekten erörtern Zukunft der Justizvollzugsanstalt

Münster

Wie geht es weiter mit der historischen Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße? Diese Frage beschäftigte nun auch den BDA Münster-Münsterland und seine Gäste, denn in dessen Reihe „A-Z Architekten“ stand der ehemalige Gefängnisbau im Mittelpunkt.

Im Rahmen der Reihe „A-Z Architekten“ wurde nun über die Zukunft der JVA an der Gartenstraße diskutiert. Foto: BDA/Markus Bomholt

Ungewöhnliche Orte gab es in der Reihe „A-Z Architekten“ des BDA Münster-Münsterland schon viele. Nun hat sich auch die 1853 eröffnete und nahezu original erhaltene Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße in Münster eingereiht – gerade wegen der Mischung aus Geschichtsort und offener Zukunft. Am Rande Münsters entsteht aktuell ein Ersatzbau, und noch ist nicht klar, wie es künftig mit der seit 1984 denkmalgeschützten Strafanstalt weitergeht.

Entsprechend hoch war das Interesse, mehr über die historische Strafanstalt und ihren Architekten Carl Ferdinand Busse (1802-1868) zu erfahren. In seinem Vortrag stellte der Architekt Stefan Rethfeld in der Gefängniskapelle dem Publikum Leben und Werk des preußischen Baubeamten vor. Als Vorbild galt die sternförmige Anstalt in Pentonville in London, die Busse 1841 auf einer Englandreise studierte.

Resozialisierung statt Bestrafung

Noch heute lässt sich besonders in Münster die damals gefundene burgartige Lösung mit einem Zentralgebäude und fünf sternförmig abstrahlenden Zellentrakten lesen und deuten. Nicht mehr Bestrafung stand im Mittelpunkt, sondern Reform und Resozialisierung.

In einer anschließenden von David Kasparek moderierten Gesprächsrunde wurden Potenziale einer Weiterentwicklung erörtert. So betonte Heiner Farwick als langjähriger BDA-Präsident die gesellschaftliche Pflicht zur Umnutzung der JVA in Münster, die ein dankbares Thema für einen Architekturwettbewerb sei.

Lukas Figgen vom Stadtplanungsamt Münster verstand die Weiterentwicklung des Bestandes als große Chance für ein urbanes Quartier in Altstadtnähe. Diesem konnte sich Dr. Bruno Kretzschmar als LWL-Denkmalpfleger nur anschließen und verwies auf den seinerzeitigen Pioniergeist.

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