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Fritz-Höger-Preis

Architektur-Büros aus Münster ausgezeichnet

Münster

Gleich drei Büros aus Münster haben erfolgreich beim renommierten Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur abgeschnitten. Ein Entwurf des Büros Reinhard Martin erhielt sogar Gold.

Martin Kalitschke

Dieses Wohnhaus am Schifffahrter Damm ist mit dem Fritz-Höger-Preis ausgezeichnet worden. Foto: Jens Kirchner/Reinhard Martin

Fast 600 Architekturbüros aus der ganzen Welt haben sich am Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur beteiligt. Unter den Siegern sind zwei Entwürfe aus Münster: Das Büro Reinhard Martin ist für sein Wohnhaus am Schifffahrter Damm mit Gold ausgezeichnet worden, Hehnpohl Architektur erhielt für sein Haus am Buddenturm Silber. Außerdem schaffte es das Büro Behet/Bondzio/Lin in der Kategorie „Büro- und Gewerbekandidaten“ bis in die Endauswahl. Es hatte den Neubau des Verwaltungsgebäude des Textilverbandes auf der Loddenheide geplant.

„An dem Preis haben sich Büros aus 35 Ländern beteiligt, von Mexiko bis Australien. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es uns gelingen würde, sich gegen sie durchsetzen“, sagt Reinhard Martin. „Doch nun ist es doch so gekommen. Das ist ein Glücksfall für unser Büro und für Münster.“

Hohe gesamtplanerische Ansprüche

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur wird seit 2008 alle drei Jahre in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) verliehen. Ausgezeichnet werden Architekten und Planer, die das architektonische Potenzial des altbewährten Baustoffes Backstein nutzen. Gesucht werden Backstein-Bauten, die hohe gesamtplanerische Ansprüche sowohl an ökonomische, ökologische als auch gestalterische Aspekte erfüllen und sich angemessen mit dem Bestand und seiner Umgebung auseinandergesetzt haben, heißt es in der Ausschreibung für den Fritz-Höger-Preis.

Das Haus am Buddenturm erhielt Silber. Foto: Hehnpohl Architektur BDA

Martins Entwurf erhielt in der Kategorie „Bestes Sanierungsprojekt“ Gold. „Das Wohnhaus Schifffahrter Damm zeigt in herausragender Weise, wie sich die Bestände, die es in vielen Städten noch gibt, aktualisieren und heutigen Bedürfnissen anpassen lassen, ohne die graue Energie zu verlieren, die in ihnen steckt“, lobt die Jury.

Viel positive Resonanz

Und weiter: „Die 90 Jahre alten Backsteinfassaden wurden erhalten und fügen sich in ein modernes Ensemble mit vollkommen eigenständiger Qualität, dessen Material in den einzelnen Gliedern die Bauzeit ablesbar macht.“ Zwischen dem Altbau in dunklerem und dem Anbau in hellerem Backstein bilde das Staffelgeschoß mit seiner Holzfassade eine Art Klammer. „Das Zusammenwirken dieser Bausteine lässt das Gebäude weniger massiv erscheinen und fügt sich in den Kontext der Nachbarschaft wie eine Brücke zwischen Gestern und Morgen“, so die Jury weiter.

Martin betont, dass er auch in Münster bereits viel positive Resonanz erhalten habe. Er legt Wert darauf, dass in den Wohnungen unterschiedlichste Mieter leben – von Senioren über Familien bis hin zur Studenten-WG.

Mehrfach ausgezeichnet

Für das 2018 errichtete Haus am Buddenturm zeichnet das Büro Hehnpohl Architektur verantwortlich – Marc Hehn und Christian Pohl. Sie errangen bereits 2011 mit einem im frühen Stil der Moderne geplanten Einfamilienhaus im Geistviertel einen dritten Platz beim Fritz-Höger-Preis. Mit ihrem viergeschossigen Backsteinhaus in der Buddenstraße haben sie nun in der Kategorie „Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte“ Silber erhalten.

Bereits 2019 war das Haus als „Bestes Einfamilienhaus des Jahres“ ausgezeichnet worden, zudem erhielt es den Deutschen Ziegelpreis 2019 und beim Architekturpreis Beton 2020 eine Anerkennung. Ferner bekam das Büro für dieses Gebäude den „Iconic Award – Best of Best 2019“ sowie den „Best Architects Award“.

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