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Corona-Maßnahmen-Kritiker

Autokorso verläuft weitgehend friedlich

Münster

Am Sonntag haben Corona-Maßnahmen-Kritiker erneut mittels eines Autokorsos in Münster demonstriert. Auch hunderte Gegendemonstranten waren in der Stadt unterwegs. Im Gegensatz zum ersten Autokorso vor zwei Wochen blieb es diesmal weitgehend friedlich. 

Joel Hunold

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat am Servatiiplatz gegen einen vorbeifahrenden Autokorso demonstriert. Foto: Oliver Werner

In dem Moment, als der Autokorso sich über die Eisenbahnstraße dem Servatiiplatz nähert, drehen die Gegendemonstranten das Lied „Halt dein Maul“ der unter Jugendlichen beliebten Band Y-Titty auf. Die Gegendemonstranten singen laut mit, um die Lautsprecherdurchsagen des Autokorsos zu übertönen. Deren Mitfahrer zeigen den am Servatiiplatz Protestierenden aus den Autos heraus mit ihren Händen geformte Herzen und filmen sich dabei.

Am Sonntagnachmittag haben Corona-Maßnahmen-Kritiker in Form eines Autokorsos in Münster demonstriert. 35 Teilnehmer in 23 Fahrzeugen haben laut Polizei daran teilgenommen, mehr als doppelt so viele hatten die Veranstalter erwartet. Auffällig war, dass höchstens die Hälfte der Fahrzeuge ein Münsteraner Kennzeichen aufwies, die restlichen kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Verschwörungstheorien auch in Münster

Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hatte im Vorfeld zu zwei Gegendemonstrationen aufgerufen: Zunächst am Schlossplatz, wo sich die Teilnehmenden des Autokorsos treffen wollten, später am Servatiiplatz. Dort waren laut Polizei zwischenzeitlich bis zu 200 Protestierende anwesend. Die Linken-Politikerin Kerstin Jordan sagte in ihrer Rede, dass auch münsterische Corona-Maßnahmen-Kritiker Verschwörungstheorien anhängen würden, Antisemitismus verbreiteten und rechtsoffene Strukturen hätten. Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ sagte: „Solidarisch sein heißt im Moment Abstand halten, Maske tragen und Impfen – wenn man dran ist“.

Im Gegensatz zum ersten Corona-Maßnahmen-kritischen-Autokorso vor drei Wochen ist es diesmal laut Polizeiangaben friedlich geblieben. Damals hatte ein Autofahrer unter anderem den Gegendemonstranten gedroht, er werde eine Waffe holen, ein Motorradpolizist hatte zudem einen Fahrradfahrer umgefahren. Am Sonntag wurde lediglich eine Verkehrsanzeige gegen einen Autofahrer gestellt, so die Polizei.

Sitzblockade am Aasee

Abseits des Polizeiberichts haben eine Handvoll Gegendemonstranten an der Ecke Weseler Straße/Aegidiistraße probiert, den Autokorso mittels einer Sitzblockade zu stoppen. Einem Fahrradfahrer sollen Polizisten dort die Luft aus den Reifen gelassen haben, damit dieser nicht weiterfahren kann.

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