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Deutsche Bahn

Bahn möchte verstärkt auf Frauen setzen

Münster

Im Vorstand regelt es eine Quote, doch die Deutsche Bahn möchte in viel mehr Bereichen verstärkt auf Frauen setzen. Das gelingt an der einen oder anderen Stelle schon, aber das Unternehmen hat hohe Ziele.

Von Julia Körtke

Deniz Uysalsoy vor einem Bus des Verkehrsunternehmens Westfalen Bus mit Sitz in Münster. Foto: Julia Körtke

Am 8. März war Welt-Frauentag, bei der Deutschen Bahn steht gleich der gesamte Monat unter dem Motto der Gleichberechtigung. So hat sich der Konzern auf die Fahne geschrieben, noch bis 2024 in ihren Führungspositionen 30 Prozent Frauenanteil zu haben.

Und auch in Bussen sollen immer mehr Frauen tätig werden. Dieser Wandel ist jetzt schon erkennbar. Noch Anfang der 90er-Jahre hat bei Westfalen Bus in Warendorf keine einzige Frau als Busfahrerin gearbeitet. Heute werden knapp ein Viertel der Busse in Münster und Umgebung von weiblicher Hand gefahren. Tendenz steigend.

Früh an Bewerberinnen herantreten

Dies sei nicht zuletzt für das Betriebsklima förderlich, so der Pressesprecher der Deutschen Bahn NRW, Dirk Pohlmann. Frauen brächten mehr Teamgeist in die sonst so männerdominierten Berufe.

Um das angestrebte Ziel einer ausgeglichenen Belegschaft zu erreichen, werde dafür gesorgt, dass die Stellen möglichst attraktiv gestaltet werden. Mit 300 Schulkooperationen und 100 Partnerhochschulen in Deutschland will die Deutsche Bahn so früh wie möglich an potenzielle Bewerberinnen herantreten.

Eine, die sich bereits vor dieser Offensive aktiv bei Westfalen Bus, einer Schwestergesellschaft der Deutsche Bahn Regio, bewarb, ist Deniz Uysalsoy. Nach dem Fachabitur begann sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau und wurde 2001 von Westfalen Bus in Warendorf übernommen. Dort blieb sie 17 Jahre lang, bis sie 2018 in die Vertragsabrechnung wechselte. Neben ihrer Arbeit bei Westfalen Bus setzt sie sich noch in einem anderen wichtigen Bereich ein. Seit 2016 ist sie zweimal im Monat ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission in Münster aktiv. Hier wird Menschen mit akuten Nöten geholfen – sei es die Reisebegleitung oder die Ausgabe von Kleidung und Lebensmitteln. Finanziert werden sie von Spenden und Mitteln der Träger Caritas und Diakonie.

Besondere Situation bei der Bahnhofsmission

Nicht nur die beiden großen christlichen Kirchen arbeiten im Rahmen der Bahnhofsmission gleichberechtigt zusammen, auch die Geschlechterquote der Ehrenamtlichen ist hier nach eigenen Angaben relativ ausgeglichen. Nur in Führungspositionen sieht es hier anders aus als bei der Deutschen Bahn. Die angestrebten 30 Prozent sind hier längst überschritten. Laut der Leiterin Christine Kockmann war die Bahnhofsmission in Münster seit jeher unter weiblicher Leitung.

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