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Weiterer Prozess im Missbrauchsfall Münster

Bekannter von Adrian V. wegen 13 Missbrauchstaten vor Gericht

Münster

Im Missbrauchsfall Münster beginnt ein weiteres Verfahren: Vor Gericht steht ein 30 Jahre alter Mann aus Hannover, der gute Kontakte zum Hauptbeschuldigten Adrian V. unterhalten hat.

Dirk Anger

Hinter einem Aktenordner verbirgt der 30-jährige Mann aus Hannover zum Prozessauftakt sein Gesicht. Foto: Dirk Anger

Im Missbrauchskomplex Münster muss sich seit Donnerstag ein 30-jähriger Mann aus Hannover wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht verantworten. Der angeklagte Matthias A. hat vermutlich über das Internet Kontakt zu dem in dem weit verzweigten Netzwerk von Kinderschändern als Schlüsselfigur geltenden Adrian V. aus Münster bekommen. Dessen Ziehsohn soll ebenfalls Opfer des Hannoveraners gewesen sein.

Die gesonderte Anklage gegen Matthias A. umfasst 13 Tatvorwürfe, die im Zeitraum von Mitte April bis Ende September 2019 liegen. Die Taten sollen nach Angaben des Gerichts in Münster, Hannover, auf Sylt und Mallorca sowie in einer Wohnung in einer Ortschaft in der Nähe von Aschaffenburg begangen worden sein.

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe

Zum Prozessauftakt erklärte der 30-Jährige, sich nicht zur Sache äußern zu wollen. Der bislang nicht vorbestrafte Matthias A. hatte zuvor nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe – sofern er sich dazu geäußert hatte – bestritten. Er habe lediglich eingeräumt, sich im Sommer 2019 auf der Insel Mallorca aufgehalten und auch mehrmals bei dem gesondert verfolgten Münsteraner übernachtet zu haben.

Wie schon im Mammutverfahren gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte fand der Prozess gegen Matthias A. großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Diesen hatte die Nebenklägerin, die die Rechte des heute elfjährigen Jungen wahrnimmt, unter Verweis auf die schutzwürdigen Interessen des Opfers beantragt. Die Verteidigung stellte zum Auftakt einen Befangenheitsantrag gegen die psychiatrische Gutachterin. Es sei möglich, dass die Ärztin wegen eines Parallelverfahrens unbeabsichtigt Informationsquellen vertausche. Über den Antrag wurde noch nicht entschieden.

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