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Kanalsanierung

Bergstraße wird für Dauerbaustelle monatelang gesperrt

Münster

Diese Dauerbaustelle dürfte den Verkehr in der Altstadt massiv behindern: Eine Kanalsanierung macht die monatelange Sperrung der Bergstraße erforderlich. Vor allem Autofahrer müssen sich auf Umleitungen und Einschränkungen einstellen.

Von Klaus Baumeister

Die Bergstraße ist für viele Autofahrer eine wichtige Achse, um quer durch die Altstand zu fahren. Diese Achse fällt im kommenden Jahr für 40 Wochen weg. Foto: Klaus Baumeister

Fünf Referenten mit Stadtbaurat Robin Denstorff an der Spitze hatten sich am Mittwochmittag im Rjasan-Zimmer des Rathauses versammelt, um die Presse über die Umstände der Kanalbausanierung unter der Bergstraße im kommenden Jahr zu informieren.

Die – in gewisser Weise – undankbarste Aufgabe fiel dabei dem Verkehrsplaner Dietmar König zu, der die verkehrlichen Auswirkungen aufzeigen musste. Seine Auskünfte im Schnelldurchlauf: Verdoppelung des Verkehrsaufkommens auf der Kanalstraße, mehr Verkehr überdies auf dem nördlichen Teil des Ringes, im Bereich Schlossplatz und am Nadelöhr Ludgeriplatz.

Täglich 16.000 Fahrzeuge auf der Bergstraße

Der Grund liegt für König auf der Hand: Wenn die Ost-West-Achse am nördlichen Rand der Altstadt wegfällt, wird die südliche Umfahrung der Altstadt um so wichtiger. 16.000 Fahrzeuge am Tag werden auf der Bergstraße gezählt. Sie alle müssen sich eine neue Route suchen.

Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp

Bauarbeiten sollen 40 Wochen dauern

Aber der Reihe nach: Der Abwasserkanal unter der Bergstraße stammt aus dem Jahr 1906 und ist marode, die Wasserleitung unter der Bergstraße stammt aus dem Jahr 1959 und erlangte durch sechs Wasserrohrbrüche seit 1990 eine traurige Berühmtheit. Vor diesem Hintergrund haben Stadt und Stadtwerke beschlossen, im kommenden Jahr die Sanierung anzugehen – und bei der Gelegenheit auch alle anderen Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse zu erneuern: Strom, Gas, Leerrohre für Glasfaser. Die Bauarbeiten werden 40 Wochen in Anspruch nehmen, und da die Bergstraße sehr eng ist, sei eine Vollsperrung zwischen Tibus- und Schlaunstraße erforderlich, so die Auskunft bei dem Pressegespräch.

Kommentar: Der Mega-Verkehrsversuch

Nach Informationen von Gerhard Rüller, kommissarischer Leiter des Tiefbauamtes, wurden verschiedene Formen der Verkehrsführung an der Baustelle geprüft, so auch eine Einbahnstraße. In diesem Fall hätten die Bauarbeiten 70 Wochen gedauert, „davon immer noch 17 Wochen Vollsperrung“.

Zahlreiche Buslinien müssen Umleitungen fahren

Die Sperrung trifft auch den Busverkehr auf der Nordtangente ganz erheblich. Betroffen sind die Linien 5, 6, 8, 15, 16, N81, N85, N84, N82 sowie Regional- und Schnellbusse. Bei Fahrten aus der Stadt heraus erfolgt die Umleitung durch das Kiepenkerlviertel, bei Fahrten in die Stadt wird der Breul als Umleitung benutzt. Diese Straße wird zur Einbahnstraße. Um die notwendige Fahrbahnbreite für die Busse zu schaffen, entfallen am Straßenrand 50 öffentliche Parkplätze.

Auswirkungen auf Rosenmontagszug, Marathon und Giro

Stadtbaurat Robin Denstorff legte bei dem Gespräch großen Wert darauf, dass die Stadt trotz der Dauerbaustelle erreichbar bleibe. So könnten das Theaterparkhaus und das Parkhaus Alter Steinweg auch während der Bauarbeiten angefahren werden.

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