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Nach Vorwürfen

Beschwerdestelle in der ZUE wieder erreichbar

Münster

Bewohnerinnen und Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung haben vor Kurzem schwere Vorwürfe gegen leitende Mitarbeiterinnen erhoben. Am Samstag demonstrierten etwa 50 überwiegend junge Menschen gegen die "sich zuspitzenden Verhältnisse". Am Sonntag meldete sich die Bezirksregierung zu Wort.

Helmut Etzkorn

Rund 50 Menschen beteiligten sich am Albersloher Weg an der Protestaktion. Foto: Helmut Etzkorn

Das „Bündnis gegen Abschiebungen Münster“ und die „Seebrücke“ demonstrierten am Samstagnachmittag vor der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Asylbewerber am Albersloher Weg gegen „sich zuspitzende und skandalöse Verhältnisse“ in den Sammelunterkünften.

Ein selbstbestimmtes Leben sei für geflüchtete Menschen dort schwer möglich, zudem würden schlechte Unterbringungsbedingungen gerade in Corona-Zeiten mehr Infektionsausbrüche bedeuten. Gefordert wurde, die zentralen Einrichtungen sofort zu schließen. Auch, weil es dort für die Betroffenen weder eine Privatsphäre noch Rückzugsmöglichkeiten gebe.

50 Teilnehmer bei Fahrraddemo

Die rund 50 meist jungen Leute hatten sich zuvor am Bahnhof gesammelt und waren dann mit Rädern zur Unterkunft gefahren. Unsere Zeitung hatte in der vergangenen Woche über massive Vorwürfe gegen leitendes Personal im Umgang mit den dort lebenden Menschen berichtet.

Foto: Helmut Etzkorn

Beschwerdestelle wieder erreichbar

Die Bezirksregierung hat am Sonntag bekanntgegeben, dass die Beschwerdestelle für die Bewohnerinnen und Bwohner der ZUE wieder zur Verfügung stehe. Ab Montag (29. März) sei die Stelle wieder erreichbar. "Zusammen mit der ab 1. April vervollständigten Verfahrensberatung stehen den aktuell 267 Bewohnern damit wieder zwei wichtige Anlaufstellen zur Verfügung, die unabhängig von der Bezirksregierung Münster als Betreiberin und dem Arbeiter-Samariter-Bund als Betreuungsverband in der ZUE Münster beraten", heißt es in einer Pressemitteilung der Bezirksregierung.

Möglich gemacht habe dies die Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes: Bis zum Abschluss des regulären Ausschreibungsverfahrens zur Besetzung der Beschwerdestelle, welches die Bezirksregierung Arnsberg führt, wechsele zunächst eine Psychologin des DRK Westfalen aus der ZUE Rheine nach Münster. Sie werde an drei Wochentagen vormittags Beschwerde-Sprechstunden anbieten.

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