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Langer Freitag im LWL-Museum mit Rap-Format „Hello, my name is...“

Beuys und Macke bei Hula-Hoop und Hip-Hop

Münster

Endlich wieder Programm! Der Lange Freitag im LWL-Museum für Kunst und Kultur musste über eineinhalb Jahre ohne musikalisch-artistisches Rahmenprogramm auskommen. Bis es jetzt zurückkehrte – mit einer ungewöhnlichen Mischung.

Von Pjer Biederstädt

Die „Hello, my name is...“-Projektband Foto: Pjer Biederstädt

Seit Februar 2020 gab es keinen Langen Freitag im LWL-Kunstmuseum mehr mit musikalisch-artistischem Programm. Nach über eineinhalb Jahren Durststrecke brachte das Hip-Hop-Projekt „Hello, my name is“ wieder Leben in die Bude.

Hier Führungen durch die Ausstellungen von Joseph Beuys und August Macke, nur wenige Meter weiter Hulo-Hoop-Performance und Sprechgesang – die ungewöhnliche Kombination völlig verschiedener Kunstgenres funktionierte trotzdem. Oder gerade deshalb?

Wie auch immer, am Freitagabend tanzten jedenfalls Menschen, die gerade aus der Ausstellung kamen, zu Live-Hip-Hop im Foyer.

Wippende Beine, nickende Köpfe

Den Anfang machte jedoch das ansteckende Gute-Laune-Set von DJ Kami und die Hula-Hoop-Künstlerinnen von „Hoopsala“. Mit bunten Ringen malten sie Neongemälde in die Dunkelheit, mit Tanzeinlagen Schattenspiele auf den hellen Boden. Einziger Kritikpunkt: Man hätte ihnen gerne länger zugeschaut.

Das Foyer füllte sich im Laufe des kurzweiligen Abends zusehends. Spätestens als Münsters Plattenteller-Legende DJ At sein fantastisches Set spielte, kam Bewegung in die Sache. Nicht nur die Live-Band von „Hello, my name is...“ tanzte da in Erwartung ihres Auftritts spontan mit, sondern auch die Zuschauerinnen und Zuschauer wippten mit den Beinen, nickten mit den Köpfen.

Der Schwung blieb erhalten, als Bandleader Aaron „Baronski“ Schrade (Schlagzeug), Manuel Bürgel (Bass), Gianluca Scigliano (Keyboards) und Andree Thieltges (Gitarre) zu DJ At hinzustießen. Nach dem gefeierten Intro betrat der nicht weniger umjubelte Hauptact Mujo die Bühne.

Syrer rappt auf Deutsch

Der junge Syrer, der erst vor etwa dreieinhalb Jahren Deutsch lernte und schon kurz nach langer und schmerzvoller Flucht aus dem Bürgerkriegsland (wir berichteten) bei „Hello, my name is...“ mitmachte, gab neue, aber auch bekannte Lieder zum Besten.

Dann streute er etwas Salz in die wunden, weil trockenen Kehlen im Publikum. „Ich fühle mich schlecht, weil ich ein Bier hier habe“, sagte Mujo und spielte auf den nicht vorhandenen Getränkeverkauf an.

Nächstes Mal Getränke, bitte!

Zweiter Hauptact war später die münsterische Newcomerin Skuff Barbie aus Coerde. Die rote Peperoni als ihr Markenzeichen, schoß sie scharfe Punchlines und liefert als Gegenentwurf zu einer Norm-Barbie außerdem Hymnen für mehr (Selbst-) Akzeptanz, ehe die Open-Mic-Session alle Mutigen ans Mikro bat.

LWL und „Hello my name is“ verbuchten die Zusammenarbeit als Erfolg. Sowohl LWL-Kulturmanager Daniel Müller-Hofstede als auch „Hello, my name is...“-Initiator Hendrik Hilgert können sich vorstellen, den Hip-Hop-Abend vor ungewohnter Kulisse zu wiederholen. Dann bitte mit Getränken. Der Rest kann genau so bleiben.

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