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Nach antisemitischem Vorfall: Gemeinsamer Besuch in der Synagoge

Bezirksbürgermeister zeigen sich mit Jüdischer Gemeinde solidarisch

Münster

Nur einen Tag nach dem antisemitischen Vorfall an der Synagoge hatte der Oberbürgermeister seine Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde bekundet. Nun legten auch die Bezirksbürgermeister mit einem gemeinsamen Besuch nach.

Von Lukas Speckmann

Solidaritätsbesuch der münsterischen Bezirksbürgermeister in der Synagoge nach dem antisemitischen Vorfall am 11. Mai (v.l.): Benedikt Spangenberg (Ost), Dr. Stephan Nonhoff (Mitte), Wilfried Stein (Hiltrup), Peter Bensmann (Südost), Gemeindevorsteher Sharon Fehr, Polizeipräsident Falk Schnabel, Boris Voloj und Radolf Anapolskij (Gemeindevorstand), Jörg Nathaus (West). Foto: spe

Die Synagoge an der Klosterstraße liegt im Stadtbezirk Mitte. Doch der antisemitische Vorfall am 11. Mai, bei dem eine israelische Fahne auf der Straße verbrannt wurde, geht alle an – die ganze Stadt, und damit auch alle Stadtbezirke. Dr. Stephan Nonhoff telefonierte umgehend mit seinen Bezirksbürgermeister-Kollegen und erzielte Einigkeit: Ein gemeinsamer Besuch ist besser als ein Brief.

Am Dienstagnachmittag wurden die Bezirksbürgermeister, deren Runde sich auch Polizeipräsident Falk Schnabel anschloss, von Sharon Fehr, Boris Voloj und Radolf Anapolskij vom Gemeindevorstand in der Synagoge empfangen. Die offene und tolerante Stadtgesellschaft sei ein Ergebnis guter Nachbarschaft, betonte Stephan Nonhoff. Und darum seien die nachbarschaftlichen Stadtbezirke besonders in der Pflicht, sich gegen Rassismus und die Ausgrenzung von Minderheiten zu stellen: „Das betrifft nicht nur die Stadtmitte.“

Rückhalt aus der ganzen Stadt

Die Jüdische Gemeinde sei dankbar für den Rückhalt, den sie nach dem Vorfall erfahren durfte, betonte Sharon Fehr: „Alle zeigen sich solidarisch.“ Es habe viele Reaktionen aus der ganzen Stadt und Münsterland gegeben: „Wir werden uns bemühen, alle zu beantworten.“ Auch die Anwesenheit des Polizeipräsidenten sei ein wichtiges Zeichen: „Wir pflegen einen intensiven Austausch.“ Nach dem Vorfall waren 13 Tatverdächtige ermittelt worden – die derzeit noch vernommen werden.

Gemeindevorsteher Sharon Fehr präsentiert eine Schriftrolle. Foto: spe

Die Synagoge wurde 1961 eröffnet – und hat ihren 1938 von den Nazis zerstörten Vorgängerbau bereits um zwei Jahre übertroffen. Das 60-jährige Bestehen hätte eigentlich im März, dann im Juni gefeiert werden sollen – wegen Corona wird die Feier auf den 12. Dezember verschoben.

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