1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Bis Monatsende fallen in Münster 180 Bäume

  6. >

Umstrittene Fällaktion am Lütkenbecker Weg

Bis Monatsende fallen in Münster 180 Bäume

Münster

Bis Monatsende sollen in Münster 180 Bäume gefällt werden. Zwei mehr als 100 Jahre alte Bäume am Lütkenbecker Weg sind bereits gefallen. Einer der benachbarten Kleingärtner kritisiert das: Die Bäume seien „topvital“ gewesen.

Martin Kalitschke

Am Lütkenbecker Weg sind zwei mehr als 100 Jahre Eichen gefällt worden. Laut Straßen NRW waren die Bäume krank. Foto: Matthias Ahlke

Entlang des Lütkenbecker Weges hat Straßen NRW in den vergangenen Tagen auf einer Länge von 350 Metern nicht nur Gehölze auf den Stock gesetzt. Es wurden auch mehrere Bäume gefällt. Besonders der Verlust von zwei Eichen hat einen Kleingärner aus der benachbarten Anlage Lütkenbeck auf den Plan gerufen. „Sie waren topvital, hatten keine toten Äste“, kritisiert der Mann, der unserer Zeitung namentlich bekannt ist. Die beiden rund 20 Meter hohen Bäume seien – „Ich habe die Ringe gezählt“ – 123 und 130 Jahre alt gewesen.

Während der Kleingärtner nicht nachvollziehen kann, warum die Eichen fallen mussten, gab es nach Einschätzung von Straßen NRW gute Gründe, die Säge anzusetzen. „Teile der Krone hatten nur noch eine geringe Vitalität, das Totholz fiel vermehrt auf den Weg und in die Gärten der Kleingartenanlage“, so eine Sprecherin des Landesbetriebs. Zudem habe es Längsrisse in den Stämmen gegeben. Die Fällaktion sei den Naturschutzbehörden bereits vor eineinhalb Jahren gemeldet worden.

Mehr kranke Bäume durch Hitze und Trockenheit

Unterdessen wird die Stadt anderswo im Stadtgebiet in den kommenden Wochen weitere Bäume fällen. „Bäume, die durch Fäulnis im Stamm oder an den Wurzeln geschädigt sind, können zu einer Gefahr für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer werden“, so die Begründung. Insgesamt 180 stark geschädigte oder bereits abgestorbene Bäume in Grünanlagen und an Straßen sollen bis Ende Februar fallen. „Dazu gehören auch zwei große Linden am Hansaring und an der Lambertistraße“, so Andreas Lambert von der Fachstelle Stadtbäume. „Wir stellen inzwischen fest, dass in den Grünanlagen und an den Straßen bedingt durch Trockenheit und Hitze in den Sommermonaten mehr kranke und abgestorbene Bäume als noch vor einigen Jahren zu finden sind.“

Entfernt werden sollen auch Bäume, die wegen schlechter Standortbedingungen keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr haben. Dies gelte zum Beispiel für die Ahorn-Bäume auf den Mittelstreifen der Handorfer Straße. Dort, wo es möglich und sinnvoll sei, werden laut Stadt Fachfirmen nach der Beseitigung der Wurzelstubben für Ersatzpflanzungen sorgen.

Grüne kritisieren „massive Baumfällungen“

Kritik gibt es unterdessen von den Grünen, die von „massiven Baumfällungen im Stadtgebiet“ sprechen. „Jeder gefällte Baum ist ein Verlust für die Lebensqualität und Artenvielfalt vor Ort“, so Ratsherr Robin Korte. Von der Verwaltung fordert er mehr aktive Kommunikation: „Auch wenn Baumaßnahmen im öffentlichen Interesse stehen, ist es wichtig, dass für jeden Baum individuell die Möglichkeiten seines Erhalts geprüft werden.“

Wo im Stadtgebiet welche Bäume gefällt werden, steht auf der Homepage der Stadt.

Startseite