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Ex-Ratsherr Halberstadt fordert größere Radstation

Bis zu 4000 Plätze mehr

Münster

Die Diskussion über das Fahrradparken am Hauptbahnhof nimmt kein Ende. Jetzt hat sich der frühere Ratsherr Richard-Michael Halberstadt zu Wort gemeldet. Er fordert die Erweiterung der Radstation.

Von Klaus Baumeister

Als 2017 die doppelstöckigen Fahrradständer im Hamburger Tunnel aufgestellt wurden, hoffte man auf eine Entspannung in der Stellplatzfrage. Doch inzwischen hat sich die Abstellanlage zu einem öffentlichen Klo entwickelt. Foto: Matthias Ahlke

Mit der Situation rund um den münsterischen Hauptbahnhof ist er so vertraut, dass manche ihn auch „Mister Bahnhofsviertel“ nennen. Der frühere CDU-Ratsherr Richard-Michael Halberstadt reagierte am Montag auf die Berichterstattung unserer Zeitung zu den absehbaren Problemen beim Fahrradparken am Bremer Platz.

Halberstadt schreibt: „Wie viele Konzepte hat es schon gegeben – vor dem Bahnhof, an der Windthorststraße, in den Seitenstraßen, auf der Ostseite?“ Viele Abstellmöglichkeiten für Fahrräder seien erwogen und dann wieder verworfen worden.

Zeitungsartikel als Beleg

Als Beleg hat er seiner Mail einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1982 beigefügt, in dem Klage geführt wird über die Rädermassen, die auf der Windthorststraße direkt vor den Schaufenstern abgestellt werden oder Müttern mit ihren Kinderwagen den Weg versperren.

Reaktionen von Grünen und SPD

Die Berichterstattung unserer Zeitung über offene Fragen beim geplanten Fahrradparken am Bremer Platz hat die Ratsfraktionen von Grünen und SPD auf den Plan gerufen. GAL-Ratsfrau Andrea Blome, Vorsitzende des Verkehrsausschusses, hat dazu eine unmissverständliche Meinung: „Rund um den Hauptbahnhof und vor allem auf der Ostseite brauchen wir zeitnah gute Alternativen zum Fahrradparken. Der Rat hat dazu eindeutige Beschlüsse gefasst – im Zusammenhang mit der Bebauung durch die Landmarken AG soll hier ein Parkhaus mit bis zu 2000 Plätzen entstehen. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, diesen Beschluss jetzt wieder in Frage zu stellen.“ Ähnlich argumentiert auch die SPD: „Wir fordern umgehend Transparenz bei den Überlegungen der Stadtverwaltung. Stadtbaurat Denstorff muss klarstellen, wie es an der Bahnhof-Ostseite weitergehen soll“, so Matthias Glomb, verkehrspolitischer Sprecher der Ratsfraktion. „Die chaotische Parksituation für Fahrräder im Bahnhofsumfeld muss im Zuge der Neugestaltung der Bahnhofs-Ostseite beherzt angegangen werden. Schließlich ist es das gesetzte Ziel der Stadt, nachhaltige Verkehrsmittel zu fördern.“ Die Stadtverwaltung habe zuletzt vorgerechnet, dass im Umfeld des Hauptbahnhofs mit rund 10 000 Fahrradstellplätzen geplant werden müsse.

Schon 1982 machte Halberstadt für wild abgestellte Räder einen Vorschlag, den er auch jetzt wiederholen würde: „Räder einsammeln, die Verursacher zur Kasse bitten.“

Aktuell hat er einige konkrete Vorschläge, um die vielfach unbefriedigende Situation am Hauptbahnhof zu entschärfen.

Ausbau unter der Bahnhofstraße

Die Radstation an der Westseite des Hauptbahnhofs, die aktuell 3300 Plätze hat, muss nach Ansicht von Halberstadt unter der Bahnhofstraße um 2000 bis 4000 Abstellplätze erweitert werden.

Die Stadt muss nach seiner Ansicht konsequenter gegen Radleichen vorgehen. Vor der ehemaligen Filiale der Sparda-Bank, so Halberstadt weiter, könne man ein „geordnetes Feld für Fahrräder“ einrichten.

Auch auf der Windthorststraße hält Halberstadt den Aufbau von Radständern für erforderlich. Die aktuelle Situation sei eine „Katastrophe“.

Derzeit stellt die Stadt Münster allerlei Überlegungen an, wie das Fahrradparken auf der Ostseite organisiert werden kann. In dem Gebäudekomplex Hansator soll nämlich eine Abstellanlage mit 2000 Plätzen errichtet werden. Über deren Betrieb wird hinter den Kulissen kontrovers diskutiert.

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