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Predigt

Bischof Genn feiert Weihnachtshochamt im St.-Paulus-Dom

Münster

Im Weihnachtshochamt am Samstag (25.12.) im St.-Paulus-Dom in Münster betonte Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, dass der Blick auf die Not der Erde unbedingt zu Weihnachten gehöre. In seiner Predigt ging er auf das Thema Leben und Überleben ein. 

Münsters Bischof Felix Genn (M. - Aufnahme aus der Chrtistmette am Vorabend) Foto: Helmut Etzkorn

Die Freudenbotschaft des Weihnachtsfestes kann gerade den Bedrängten und Notleidenden neue Hoffnung und Zuversicht schenken, so der Bischof.

Bischof Genn erinnerte in seiner Predigt an die Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, die am 1. Advent bundesweit in Münster eröffnet worden war, berichtet das Bistum Münster. Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ mache Adveniat darauf aufmerksam, dass es für die Menschen in den Großstädten Lateinamerikas „nicht einfach bloß um das Leben als solches geht, sondern um das wirkliche Überleben angesichts der vielen Einschränkungen, die durch die Pandemie noch verstärkt worden sind“.

Leben und Überleben

An Weihnachten, so sagte der Bischof, gehe es „um das Leben und das Überleben“. Schon der Bericht von Jesu Geburt in Bethlehem sei ein Zeugnis für das Überleben einer Familie, die in einem Stall das Kind zur Welt bringen musste und sich auf die Flucht begab. Das Leben Jesu sei davon geprägt gewesen, „anderen zu helfen, leben zu können, überleben zu können, bis er schließlich selbst im Tod landet, aber im Sieg der Auferstehung ein Überleben garantiert, von dem wir alle zehren dürfen“. In Jesus sei Gott Mensch geworden, „damit wir in diese Fuß-stapfen treten, für die Armen und Bedrängten solche Freudenboten zu sein durch unsere kon-krete Hilfe in ihr Überleben hinein“, betonte Bischof Genn.

Wie das konkret aussehen kann, machte der Bischof beispielhaft anhand des Verhaltens von Projektpartnern von Adveniat in Lateinamerika deutlich. So hätten diese etwa Sauerstoff-Ge-räte für Menschen besorgt, die schwer an Covid-19 erkrankt waren. Mit den Geräten hätten sie Hilfe geleistet und zugleich deutlich gemacht, „welcher Sauerstoff des Lebens in der Bot-schaft des Evangeliums liegt“.

In diesem Sinn wandte sich Bischof Genn gegen Ende der Predigt direkt an die Gläubigen: „Und das wünsche ich Ihnen für Ihr Leben, für unser Leben in dieser schwierigen Corona-Situation, für unser Leben in all den Nöten und Bedrängnissen, die jede und jeder Einzelne von uns, vielleicht ganz tief im Herzen und ohne große Kenntnis durch andere, in sich trägt oder offen und sichtbar zeigt: Weil Gott in dieser Nacht erschienen ist, kann unsere Nacht nicht traurig sein.“

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie war die Zahl der mitfeiernden Gläubigen im Dom auf 350 Menschen beschränkt.

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