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Die Stadt greift durch

Bismarckallee: Halteverbot wird nun kontrolliert

Münster

Das kürzlich verhängte Halteverbot auf der Bismarckallee zeigt nun Wirkung. Die Stadt erteilt Falschparkern bußgeldfreie Verwarnungen. Und dabei soll es nicht bleiben.

Karin Völker

Auf der Bismarckallee wird das Halteverbot nun weitgehend geachtet. Foto: kv

Das vor etlichen Wochen angezeigte absolute Halteverbot an der Aaseeseite der Fahrradstraße Bismarckallee (wir berichteten) wird neuerdings weitgehend beachtet. Nachdem das Ordnungsamt dort bereits vor Weihnachten einmal kontrolliert und Falschparker verwarnt hatte, wird die vom Verbot betroffene Straßenseite nur noch sehr vereinzelt von Autos als Parkplatz benutzt.

Die ersten Verwarnungen waren aber noch nicht mit einem Bußgeld verbunden, erklärt Norbert Vechtel vom Ordnungsamt. „Bei Veränderungen weisen wir Autofahrer immer zunächst einmal auf die neuen Regeln hin, damit sie sich daran gewöhnen können.“ An der Bismarckallee sei es über Jahrzehnte hinweg möglich gewesen zu parken. In wenigen Tagen allerdings werde die Stadtverwaltung umschalten und konsequent das Falschparken auch mit Bußgeldern ahnden, kündigt Vechtel an.

Verbote ohne Wirkung

Die Bismarckallee ist zwar schon seit Jahren Fahrradstraße, wird nun aber auch Teil der Veloroute aus den westlichen Vororten Münsters ins Zentrum. Deswegen soll die Fahrbahn in voller Breite dem Verkehr – und zwar bevorzugt dem Radverkehr, zur Verfügung stehen. Autos dürfen weiter auf der Bismarckallee fahren, aber eben nicht mehr parken.

Kommentar

Na also, es geht doch.  Die Stadt hat sich daran erinnert, dass sie selbst an der Bismarckallee ein absolutes Halteverbot mit Blick auf die neue Veloroute eingerichtet hat – und setzt dies nun auch durch, früher als ursprünglich geplant.

Zuvor hatten das Wochen andauernde offensichtliche Schein-Verbot im Netz und als Reaktion auf die Berichterstattung unserer Zeitung viele empörte Stimmen über die Inkonsequenz der Verwaltung beim praktischen Umgang mit der Herausforderung einer Verkehrswende provoziert. Wie man nun sieht, reicht fürs Erste schon die Verwarnung ohne Bußgeld, dass die neue Regel fast 100-prozentig respektiert wird.

Natürlich zürnen jetzt all jene, die es jahrzehntelang gewohnt waren, die Fahrbahn der Bismarckallee als Parkplatz zu benutzen: Spaziergänger, Job-Pendler oder Gäste der Jugendherberge. Aber wer dem Radverkehr für den Weg in die Innenstadt mehr Raum geben will, muss den Platz irgendwo hernehmen. Es ist ein Naturgesetz, dass die Beharrungskräfte des Menschen im Allgemeinen groß sind. Erst wenn Unannehmlichkeiten drohen, werden ernsthaft Veränderungen angestrebt. An der Bismarckallee funktioniert das jetzt – immerhin. (Karin Völker)

Die Halteverbotsschilder stehen schon seit dem Herbst dort, hatten aber zunächst keine Wirkung. Die Einhaltung der Regeln war nicht kontrolliert worden.

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