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Stadtdekanat

Bistum stößt Reform der Kirchenstruktur an

Münster

Vor einigen Jahren gab es in Münster noch Dutzende selbstständiger Pfarrgemeinden. Jetzt sind es noch elf Pfarreien – und in wenigen Jahren vermutlich fünf „Pastorale Räume“: Das Bistum regt eine weitere Strukturreform an.

Von Lukas Speckmann

Im Stadtdekanat Münster sollen bis 2024 neue pastorale Strukturen entwickelt werden. In der Martinikirche fand am Donnerstag die Auftaktveranstaltung mit Vertretern der münsterischen Pfarreien statt, hier Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann

Die katholische Kirche in Münster steht vor tiefgreifenden Strukturveränderungen: Innerhalb weniger Jahre sollen die derzeit elf münsterischen Pfarreien zu fünf „Pastoralen Räumen“ zusammengefasst werden. Damit will das Bistum den sich abzeichnenden dramatischen Veränderungen – weniger Kirchenmitglieder, weniger Seelsorger, sinkende Einnahmen – frühzeitig begegnen. Es soll sichergestellt werden, dass „die Verkündigung der Frohen Botschaft unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen weiter gut möglich sein wird“, sagt Bischof Dr. Felix Genn.

Bei einer Auftaktveranstaltung am Donnerstag in der Martinikirche stellten Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp vor 120 haupt- und ehrenamtlichen Vertretern der Pfarreien ein erstes Konzept der Bistumsleitung für das Stadtdekanat Münster vor. Beide betonten eindringlich, es handele sich um einen „Vorschlag“, der nun Haupt- und Ehrenamtlichen zur Diskussion gestellt werde. Zugleich stellten sie klar, dass die „Pastoralen Räume“ möglichst schon 2024 an den Start gehen sollten, in welcher Form auch immer.

Pfarreien sollen selbstständig bleiben

Es geht um die enge Zusammenarbeit mehrerer Pfarreien – mit dem Ziel, größere Seelsorgeteams bilden zu können. „Wir wollen die Pfarreien selbstständig belassen“, unterstreicht der Generalvikar; auch die Pfarreiräte und Kirchenvorstände sollen erhalten bleiben. Dazu jedoch müssen die Pfarrer von administrativen Aufgaben entlastet und die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen intensiviert werden.

Team: Stellten die Vorschläge für die pastoralen Räume im Stadtdekanat Münster vor (von links): Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp, Stadtdechant Jörg Hagemann, Maria Bubenitschek, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Matthias Schlettert. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann

Die für Münster vorgeschlagenen fünf „Pastoralen Räume“ ergeben sich aus den heutigen Gemeindegrenzen: In der Innenstadt sollen Heilig Kreuz, St. Lamberti, die Domgemeinde und St. Joseph Münster-Süd zusammenarbeiten. Im Norden ist die Kooperation von St. Franziskus, St. Marien und St. Josef sowie Liebfrauen- Überwasser vorgesehen. Im Osten (St. Mauritz und St. Petronilla) sowie im Süden (St. Nikolaus und St. Clemens) bilden jeweils zwei Pfarreien einen „Pastoralen Raum“. Einen Sonderfall gibt es im Westen: Die vier Gemeinden der Pfarrei St. Liudger sollen offenbar vorerst unter sich bleiben. Denkbar, dass der Konflikt um St. Stephanus bei dieser Überlegung eine Rolle spielt.

Skeptische Fragen zum Auftakt

Die Auftaktveranstaltung war von nüchterner Arbeitsatmosphäre geprägt – einige Teilnehmer äußerten ihre Skepsis, stellten sogar die Transparenz des Verfahrens infrage. Tenor: noch eine Fusion, noch mehr Arbeit, noch weniger Ressourcen. Der Generalvikar hielt dem entgegen, dass das Bistum unter großem finanziellem und personellem Druck stehe – wenngleich die Situation in den meisten anderen Bistümern noch ungünstiger sei. Noch sei man so gut aufgestellt, Strukturveränderungen aus eigener Kraft vorzunehmen. „Was wir heute denken, soll bis 2040 halten“, betont Weihbischof Zekorn.

Eine weitere Veranstaltung zum Strukturprozess soll am 10. Februar stattfinden.

Kommentar: Aus der Not geboren

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