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Ukrainisch-deutsches Freundschaftsfest

Brücken des Friedens im Mühlenhof bauen

Münster

Die ukrainische Community in Münster wächst als Folge des Krieges. Im Mühlenhof wurde am Wochenende ein Ukrainisch-Deutsches Freundschaftsfest gefeiert – und fand großen Anklang.

Von Luca Pals

Wie im Flug kreativ werden – beim Freundschaftsfest auf dem Mühlenhof gab es ein besonders vielfältiges Angebot für die jungen Gäste. Foto: Luca Pals

So einen gut besuchten Stand hat Brigitte Lüdeke von Unicef in ihrem Leben noch nicht gesehen: „Die Resonanz ist wunderbar und das Fest eine große Chance.“ Gemeint war das ukrainisch-deutsche Freundschaftsfest unter dem Motto „Brücken schlagen zwischen den Kulturen“, das am Samstag über fünf Stunden mit kostenlosem Eintritt und vielen Angeboten für Klein und Groß zahlreiche Menschen ins Mühlenhof-Freilichtmuseum gelockt hatte.

Die ersten Gedanken an ein solches Fest seien bereits im April entstanden. Mühlenhofleiter Dr. Christof Spannhoff sagte: „Ein Freilichtmuseum schlägt ja immer Brücken zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Nun wollen wir natürlich auch Brücken zwischen den Kulturen schlagen und die Möglichkeiten zum Vernetzen und Kontakte knüpfen anbieten.“ Maria Sharko, zweite Vorsitzende des Vereins Ukrainische Sprache und Kultur in Münster, war maßgeblich an der Koordination und Organisation beteiligt: „Wir sind unter den Geflüchteten aus der Ukraine natürlich sehr gut vernetzt und können deswegen gut zu einem solchen Fest einladen.“

Die Botschaft „Peace“ lag in der Luft

Die äußeren Gegebenheiten mit strahlender Sonne waren wie gemacht für zahlreiche Malaktionen, Spiele- und Bastelangebote, eine Ausstellung von Kinderbuchautoren mit Bildern über die Schrecken des Krieges, die mit musikalischen Angeboten wie dem Auftritt der Sängerin Oxana Stebelska ergänzt wurden. So malten die Kinder beispielsweise am Unicef-Stand von Lüdeke einige Bilder mit dem Schriftzug „Peace“ – auch diese Botschaft lag den ganzen Nachmittag in der Luft. Unicef betonte den Einsatz für „sauberes und lebensnotwendiges Wasser für ukrainische Kinder in den Kriegsgebieten“, die Betreuung von Familien mit Kindern sowie die Begleitung in den schulischen Einrichtungen. „Der Krieg hat eine Kinderschutzkrise ausgelöst, und gegen die vielen Folgen wollen wir angehen“, formulierte es Lüdeke.

Der Krieg als Krise für Kinder

Einen Stand weiter freute sich Elena Krymets darüber, dass das Fest „besonders Kinder in den Vordergrund rückte“. Sie lebt seit den 90er-Jahren in Deutschland, unterstützt aktuell zahlreiche ukrainische Geflüchtete und lud einige von diesen auch in den Mühlenhof ein: „Es braucht genau diese Aktivitäten für Kinder, bei denen sie aktiv sein können und darüber schnell Kontakte knüpfen und den Austausch suchen können.“

Geht es nach Spannhoff, dann könnte ein solches Fest erst der Anfang sein – die Gegebenheiten im Mühlenhof seien optimal. An der Umsetzung beteiligt waren außerdem der Arbeitersamariterbund, der Stadtsportbund, das Spendenwerk sowie die Stadtwerke Münster. Franjo Wöstmann aus dem Trägerverein des Mühlenhofs zeichnete sich auch mit großem Engagement im Vorfeld aus.

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