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Dokumentation der Pandemie

Bundesweites Buchprojekt porträtiert Corona-Helden - auch aus Münster

Münster

Eine bundesweite Dokumentation über Deutschland in Zeiten einer Pandemie plant ein Unternehmensberater in Heidelberg. Das Buch soll im kommenden Jahr erscheinen, auch drei Initiativen aus Münster sollen darin porträtiert werden.

Martin Kalitschke

Nicola Walter (l.), Unternehmensberater aus Heidelberg, arbeitet Foto: kal

Erst Heidelberg, nun die gesamte Republik: 108 Corona-Helden aus seiner Heimatstadt hat der Unternehmensberater Nicola Walter mit zahlreichen Mitstreitern in einem Buch porträtiert, das zu einem großen Erfolg wurde und dessen Erlös an soziale Einrichtungen und Menschen in Not floss. Nun dehnt er sein Projekt bundesweit aus, reist von Garmisch-Patenkirchen bis Kiel für sein nächstes Buch: „Deutschland in Coronazeiten“. Am Donnerstag machte er Station in Münster.

Politiker, Virologen, Sportler

Walter besuchte drei verschiedene Einrichtungen: Leonie Engels in der Katholischen Hochschulgemeinde, Laura Karisch bei der „Young Caritas“ und Timo Blaszczyk von der Initiative „Ein Rucksack voll Hoffnung in Münster“. Alle drei sollen in dem Buch auf jeweils einer Doppelseite in Wort und Bild vorgestellt werden – zusammen mit rund 200 weiteren Personen, darunter bekannte Politiker, Virologen, Sportler, aber auch Menschen, die er auf der Straße trifft. Das Vorwort, so hofft Walter, werde Bundeskanzlerin Angela Merkel beisteuern. Ziel sei es, ein vielfältiges Bild der Menschen und Lebenssituationen in der Corona-Pandemie zu dokumentieren.

"Rucksack voll Hoffnung" auch in der Pandemie

Timo Blaszczyk findet es „großartig“, dass die Initiative, bei der er mitarbeitet, dabei sein wird. „Als die Anfrage von Herrn Walter kam, war ich auf Anhieb begeistert“ – nicht zuletzt, weil er sich noch mehr Aufmerksamkeit für den „Rucksack“ erhofft. Seit 1. November sind die Räumlichkeiten in einem Keller des Borromaeum am Domplatz wieder jeden Sonntag für Obdachlose und andere Hilfebedürftige geöffnet. 50 Personen haben allein am vergangenen Sonntag hineingeschaut, berichtet Timo Blaszczyk.

Die bis zu 40 ehrenamtlichen Helfer bieten Lebensmittel (die von der Coesfelder Tafel kommen), Kleidung, Hygieneartikel, Schlafsäcke und weitere Dinge an, die die Betroffenen dringend benötigen. Alles ist kostenlos – auch die Masken, die es hier ebenfalls gibt. Streng werde auf die Corona-Maßnahmen geachtet, versichert Timo Blaszczyk. Er betont, dass es bei dem Projekt zudem darum gehe, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen.

Timo Blaszczyk

Nicola Walter wurde von einer Mitarbeiterin des Bistums auf das Projekt aufmerksam gemacht – und war auf Anhieb angetan. „Eine wirklich tolle Aktion“, schwärmt er – sie passe hervorragend in das von ihm geplante Buch, das 2021 erscheinen soll. Auch dessen Erlös soll sozialen Projekten zugute kommen, verspricht er.

Timo Blaszczyk berichtet unterdessen, dass gerade in Corona-Zeiten die Probleme vieler Obdachloser und Hilfebedürftiger in Münster zugenommen habe. Ein Großteil ihrer Anlaufstellen sei im ersten Lockdown – und zum Teil auch noch danach – geschlossen gewesen. „Corona hat gerade bei diesen Menschen viel Not gebracht.“ Auch das soll in dem Buch dokumentiert werden, betont Walter.

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