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Koalition stimmt gegen Tariferhöhung

Bustickets werden nicht teurer – dafür entsteht ein Finanzloch

Münster

Busfahren in Münster wird nicht teurer. Doch wie die Stadtwerke ein Loch von 270.000 Euro ausgleichen sollen, wussten die Koalitionspolitiker im Rat nicht zu sagen. Jetzt soll eine Lösung bei den Haushaltsberatungen gefunden werden. Das gefällt nicht jedem.

Dirk Anger

Busfahren wird im kommenden Jahr nicht teurer. Foto: Oliver Werner

Die von den Stadtwerken vorgeschlagene Erhöhung der Bus-Fahrpreise um durchschnittlich 1,23 Prozent zum 1. Januar 2022 kommt nicht. Der Preis für das beliebte 90 Minuten-Ticket etwa sollte um zehn Cent auf 2,30 Euro angehoben werden. Doch die Koalition aus Grünen, SPD und Volt lehnte mit Unterstützung der Linken die Tariferhöhung im Hauptausschuss ab. Jetzt fehlen dem städtischen Unternehmen aber 270 000 Euro im kommenden Jahr.

Wie diese Summe gegenfinanziert werden kann, blieb zunächst offen. Grünen-Ratsherr Carsten Peters und SPD-Vertreter Ludger Steinmann verwiesen darauf, dass eine Lösung in den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr gefunden werden soll. Das dürfte dann aber unweigerlich an anderer Stelle zu Einsparungen führen, wie Kämmerin Christine Zeller anklingen ließ: „Luft im Haushalt haben wir aktuell nicht.“

Aufsichtsrat hat Tariferhöhung beschlossen

Die Stadtwerke müssen im zweiten Jahr hintereinander auf eine Tariferhöhung verzichten. Es werde Geld von anderen Investitionen weggenommen, zeigte Geschäftsführer Frank Gäfgen die Folgen auf. Vor diesen hatte zuvor auch CDU-Verkehrspolitiker Walter von Göwels gewarnt. Er verwies vergeblich auf die im Stadtwerke-Aufsichtsrat „relativ eindeutig beschlossene“ Tariferhöhung.

Diese wäre ein Schildbürgerstreich gewesen, meinte dagegen SPD-Ratsfrau Maria Winkel: „Wir wollen, dass mehr Leute mit dem Bus fahren und erhöhen die Preise.“ Steigende Preise im Bereich der Daseinsvorsorge kämen nicht infrage, begründete Ulrich Thoden (Die Linke) seine Ablehnung. FDP-Fraktionschef warnte angesichts der erneut ausbleibenden Tariferhöhung vor einem „Holzweg“, der nicht besser werde, je länger man diesen gehe.

365 Euro-Ticket soll geprüft werden

Die Stadtverwaltung soll unterdessen die Einführung eines 365 Euro-Tickets zum 1. August 2022 prüfen. Ein entsprechender Antrag des Drei-Parteien-Bündnisses fand eine Mehrheit. Zugleich soll eine Senkung der im städtischen Tarif gültigen Tickets wie 90 Minuten oder Kurzstrecke auf einen Euro geprüft werden. "Wir wollen diesen Weg gehen", bekräftigte Steinmann. Ziel sei es, die Verkehrswende herbeizuführen, sagte Peters.

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