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Silberne Rathaus-Gedenkmünze

Café Konditorei Issel ist „dramatisch lecker“

Münster

Egal ob traditionelles Kaffeekränzchen oder hippe Familienfeier, die Produkte aus dem Café Konditorei Issel dürfen bei vielen Münsteranern nicht fehlen. Nun wurden der Betrieb und die Familie dahinter im Rathaus ausgezeichnet.

Von Björn Meyer

Christel Issel-Scheffler (v.r.), Till-Moritz Scheffler, Ortwin Scheffler und Oberbürgermeister Markus Lewe im Friedenssaal bei der Verleihung der Silbernen Rathaus-Gedenkmünze. Foto: Matthias Ahlke

Christel Issel-Scheffler, Ortwin Scheffler und Till-Moritz Scheffler, also die dritte und vierte Generation des Café Konditorei Issel, haben sich am Montag in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Zudem verlieh Oberbürgermeister Markus Lewe dem Betrieb anlässlich des 100-jährigen Bestehens sowie der Bedeutung für die Stadt Münster und nicht zuletzt der Stadtgesellschaft die Silberne Rathaus-Gedenkmünze.

„Dramatisch lecker“, „großartig“ und auch hinsichtlich des Tourismus für Münster ein Pluspunkt – so beschrieb Lewe die Torten aus dem Hause Issel. Doch nicht nur das: Die Familie habe auch die Fähigkeit bewiesen, den Betrieb an die jeweils nachfolgende Generation weiterzugeben, betonte Lewe.

Der Ruf wie Donnerhall beruht auf Veränderungen

Trotz des vielen Lobes, eine Sache hatte der Oberbürgermeister noch vergessen. Issel hat nach hundert Jahren in Münster nicht nur einen Ruf wie Donnerhall – die Produkte aus dem Haus haben eben diesen Ruf, und das ist eine Besonderheit, bei der älteren wie auch jüngeren Kundschaft gleichermaßen.

Dabei habe man Anfang der 90er-Jahre vieles verändert, was lange galt. Nicht sofort zum Gefallen eines jeden Kunden, wie Ortwin Scheff­ler am Rande der feierlichen Veranstaltung im Friedenssaal des Rathauses verriet. Doch die kleinen, handgemachten Torten mit bisweilen völlig ungewöhnlichen Zutaten setzten sich durch.

Was in Münster erst Zeit benötigte, würde vermutlich noch heute, Jahrzehnte später, in internationalen Metropolen wie New York oder San Francisco lange Menschenschlangen auslösen. Eine Sichtweise, die auch Sohn Till-Moritz Scheffler, der den Betrieb 2020 übernahm, indirekt unterstrich, als er betonte, dass er auf dem, was das Café Issel heute sei, mehr als gut aufbauen könne.

Die Probleme und der Stolz

Die Probleme der Zeit – also die Corona-Pandemie, steigende Energiepreise und Personalmangel – gehen indes auch an Issel nicht spurlos vorbei, wie Till-Moritz Scheffler bestätigte. Und doch kam der neue Chef des im Zweiten Weltkrieg zerbombten Cafés am Montag zu diesem Fazit: „Ich bin extrem stolz, die vierte Generation im Café sein zu dürfen.“

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