Nach Corona-Zwangspause

Campingplatz Stapelskotten ist bereit für den Neuanfang

Münster

Licht am Ende des Tunnels: Nach einem Jahr mit massiven Pandemie-Einschränkungen und Umsatzeinbußen schauen die Betreiber des Campingplatzes Stapelskotten hoffnungsvoll in die Zukunft. Es tut sich was...

Helmut P. Etzkorn

Hier sollten längst Wohnwagen und Camper stehen: Sie lächeln für den Fotografen, obwohl die Lage für Gertrud und Bernhard Kampert auf dem Campingplatz Stapelskotten bitter ist. Fast alle Stellplätze bleiben leer, weil Touristen nicht auf den Platz kommen dürfen. Foto: hpe

Über ein Jahr lang haben sie die Pandemie-Einschränkungen tapfer ertragen, Umsatzverluste irgendwie kompensiert und dabei immer auf einen Neustart im Frühjahr gehofft. Weil es bislang keine Öffnungsperspektive gab, der Platz seit sechs Monaten für touristische Zwecke gesperrt ist und laufend Buchungen storniert werden müssen, wird es nun eng. Gertrud und Bernhard Kampert, die seit über drei Jahrzehnten den Campingplatz Stapelskotten betreiben, beschreiben ihre Situation als „existenzbedrohend“.

In den vergangenen Wochen hat man nun ein Corona-Schutzkonzept mit ärztlicher Beratung erarbeitet, schon am Eingang muss jeder in einer Station einen Schnelltest absolvieren. In einem Brief an den städtischen Krisenstabschef Wolfgang Heuer bitten die Kamperts nun um Erlaubnis, ihr Modell vom coronagerechten Campen zeitnah testen zu dürfen. Aktuell stehen auf der weitläufigen Anlage gerade mal 50 Dauercamper, Platz wäre insgesamt für knapp 1000 Gäste.

Viele Urlauber weichen nach Norden und Süden aus

„Wir leben von den Touristen, die im Durchschnitt drei bis vier Tage kommen und so ganz nebenbei auch viel Geld in Münster lassen“, so Gertrud Kampert. Sollte der Stresstest mit halber Platzbelegung klappen, will man gerne zu Pfingsten wieder öffnen und voll belegen. „Wir brauchen rasch eine klare Entscheidung von der Politik“, meint Seniorchef Bernhard Kampert.

Denn weil man derzeit allen, die buchen wollen, nicht den Pfingstaufenthalt garantieren könne, weichen inzwischen offenbar viele auf Urlaubsregionen im Norden oder Süden aus. „Wir haben nur noch mit Stornierungen zu tun, weil uns keiner sagen kann, wann wir öffnen dürfen“, sagt er.

Übernachtungszahlen nähern sich dem Nullpunkt

2019 zählte man noch 65.000 Übernachtungen in der Vier-Sterne-Anlage an der Werse, 2020 waren es nur noch die Hälfte, und jetzt nähere man sich dem Nullpunkt. „Wir haben in letzter Zeit 600 000 Euro in die Sanitäranlagen investiert, der Platz ist in einem Top-Zustand. Sollte jetzt auch noch das Pfingstgeschäft nicht stattfinden dürfen, käme dies einer Katastrophe gleich“, so die Kamperts. Ähnlich sieht das der Wirt des Platz-Restaurants „Wersetiger“. Seit November geht nur noch „to go“ in kleinem Umfang.

Selbst ein „starker Sommer“ könne nicht mehr aufholen, was jetzt im Frühjahr verloren gehe. Denn „Urlaub lässt sich nicht wiederholen, unsere Einnahmen sind unwiederbringlich verloren“, so die frustrierten Platzbesitzer.

"Coronagerechtes Campen"

Seit Mittwoch scheint sich alles zum Besseren zu wenden. Die neue Corona-Schutzverordnung erlaubt ab Samstag Geimpften, Genesenen und negativ Getesteten wieder den Aufenthalt auf den Campingplatz in NRW, auch die Außengastronomie des „Wersetigers“ darf öffnen. Heuer: „Das gilt uneingeschränkt für den Campingplatz Münster.“ Damit steht dem Modellversuch „Coronagerechtes Campen“ nun nichts mehr im Wege.

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