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Drogenhilfe stellt Jahresbericht 2015 vor

Cannabis-Konsum in Münster gestiegen

Münster

Immer mehr Münsteraner nehmen Beratungen bei der städtischen Drogenhilfe in Anspruch. Das zeigt der Jahresbericht 2015.

wn

Immer mehr Münsteraner rauchen Cannabis. Foto: dpa/Boris Roessler (Symbolfoto)

Nach einem Rückgang des Cannabis-Konsums junger Menschen im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends steigt diese Zahl bundesweit seit fünf Jahren wieder an. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Nachfrage an Beratung in der Drogenhilfe des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien wider. So überstieg die sogenannte Stammklientel (mindestens zwei Beratungsgespräche) erstmals die 600-Personen-Marke, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Eine Rekordmarke, die deutlich über dem bereits sehr hohen Niveau der Vorjahre liegt, aber auch die hohe Akzeptanz der Drogenhilfe in der münsterischen Bevölkerung widerspiegelt“, weiß Georg Piepel, Leiter der städtischen Beratungseinrichtung an der Schorlemerstraße. Im Jahresbericht 2015 gibt die Drogenhilfe einen Überblick über die Arbeit des letzten Jahres.

Exakt 623 Münsteraner nutzten die Drogenberatung regelmäßig und nahmen durchschnittlich fünf Beratungsgespräche pro Person in Anspruch. Deren Probleme waren dabei sehr unterschiedlich, Mehrfachbelastungen die Regel. Während bei Jugendlichen eine professionelle Einschätzung des Konsums, der familiäre Umgang damit und die Unterstützung bei der Veränderung von Konsumgewohnheiten im Mittelpunkt der Beratung standen, ging es bei den Erwachsen oft um psychosoziale Begleitung, Hilfestellungen in akuten Krisensituationen, Unterstützung im Kontakt mit Behörden und Justiz und die Vermittlung in Entgiftung und stationäre Langzeitentwöhnungsmaßnahmen, heißt es.

Die jüngste Drogenkonsumentin war erst 13 Jahre alt, der älteste Drogenabhängige 66 Jahre. Dreiviertel der Stammklientel war jünger als 40 Jahre, ein Drittel jünger als 27 Jahre. Mit 49 Prozent waren erstmalig weniger als die Hälfte aller Ratsuchenden Heroin- oder Opiatkonsumierende. Ein gutes Drittel suchte wegen seines Cannabiskonsums Beratung, und zwölf Prozent nannten als Hauptdroge sogenannte Stimulanzien wie Amphetamine oder auch Kokain.

Cannabis ist nach wie vor die bei weitem am häufigsten konsumierte Droge. So waren 80 Prozent der unter 21-jährigen Besucher wegen ihres Konsums in der Jugendberatung. Der systemische Beratungsansatz wurde weiterentwickelt und Eltern gezielt motiviert mit in die Beratung zu kommen.

Die offene Jugendsprechstunde liegt außerhalb der Schulzeiten. Um Hemmschwellen zu senken, wurde eine „Werbeoffensive“ vorbereitet. Insgesamt konnten 111 Erstgespräche mit jungen Menschen unter 21 Jahren geführt werden, oft in Begleitung ihrer Eltern. „Hier ernten wir die Früchte der Weiterentwicklung der Jugendsuchtberatung und intensiven Bewerbung in den letzten Jahren“, so Piepel.

Der Bericht ist im Internet zu finden.

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