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Heftiger Schlagabtausch zum Preußenstadion

CDU geht in der Ratssitzung aufs Ganze – und verliert

Münster

Es ist ein politisches Dauerthema: die Sanierung des Preußenstadions an der Hammer Straße. In der Ratssitzung am Mittwoch wurde aus der inhaltlichen Debatte jedoch ein Machtkampf der Parteien.

Klaus Baumeister

Wer hat im Rathaus das Sagen, wenn es um städtisches Geld für den Stadionumbau geht? Das ist aktuell eine spannende Frage. Foto: Oliver Werner

Vordergründig ging es um das Thema Preußenstadion, faktisch aber ging es um die Macht im Rat, als am Mittwochabend dieser Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde. Abweichend von der Empfehlung des Sportdezernenten Thomas Paal, das vorliegende Papier der Stadtverwaltung erst in der Ratssitzung am 10. Februar zu beschließen, machte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber den Vorschlag, das weitere Vorgehen in der Stadionfrage sogleich festzuzurren.

Alle wesentlichen Punkte, etwa die Gründung einer Stadiongesellschaft oder die Wahl der Ausbauvariante, seien längst bekannt und mit den Verantwortlichen des SC Preußen abgesprochen. „Was zu regeln ist, ist überschaubar“, so Webers Fazit.

Parteien stoppen Antrag der CDU

Der Geschäftsordnungsantrag der CDU scheiterte aber. Lediglich die AfD stimmte zu, alle anderen Parteien (Grüne, SPD, Linke, FDP, Volt, ÖDP und Die Partei) plädierten für eine Beibehaltung des Zeitplanes.

Der GAL-Fraktionschef Christoph Kattentidt bezeichnete es als „unseriös“, ohne Vorberatung in den Fachausschüssen eine so weitreichende Entscheidung wie die Übertragung eines städtischen Grundstückes beschließen zu wollen. Der SPD-Ratsherr Philipp Hagemann bekannte sich ausdrücklich zum Stadionumbau, bewertete den Beschlussvorschlag aber als „nicht entscheidungsreif“.

„Projekt in die Sackgasse geschoben“

Der SPD-Fraktionschef Mathias Kersting interpretierte das Vorgehen der CDU dergestalt, dass sich die Partei in ihre neue Oppositionsrolle noch einfinden müsse. „Es ist gut, dass wir nicht mehr mit der CDU beraten müssen“, bekannte er sich ausdrücklich zu dem im Aufbau befindlichen Ratsbündnis aus Grünen, SPD und Volt.

Genervt zeigte sich Kersting auch darüber, dass immer wieder die Frage aufgeworfen werde, ob die geplante Mobilitätsstation in den veranschlagten Ausgaben von 40 Millionen Euro enthalte sei. Er zitierte den entsprechenden Ratsbeschluss aus dem Jahr 2019: „Die bereitgestellten Investitionsmittel in Höhe von 40 Millionen Euro sind als Orientierungsrahmen für Sanierung und Ausbau des Stadions einschließlich Mobilitätsstation zu sehen.“

Der CDU-Ratsherr Leschniok erwiderte, dass es früher die SPD gewesen sei, die auf rasche Beschlüsse gedrängt habe. „Jetzt wird das Projekt in die Sackgasse geschoben.“

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