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Parkplatz in der Warteschleife

CDU und SPD drängen auf Prüfung: Ist ein Kultur- und Bildungshaus an der Hörsterstraße sinnvoll?

Münster

Die Stadtveraltung muss von dem Konzept eines Wohnquartiers auf dem Parkplatz Hörsterstraße wieder abrücken, weil die Ratsparteien andere Ideen haben. Doch es hakt bei der Neuorientierung.

Klaus Baumeister

Der Parkplatz Hörsterstraße  ist die letzte große Freifläche in der Innenstadt, die noch bebaut werden könnte. Die Stadtverwaltung hat ein Konzept zur Wohnbebauung vorgelegt, doch Ratsparteien und Investoren drängen auf Änderungen. Foto: Oliver Werner

„Wir hängen nicht an dem alten Beschluss“, sagt Stefan Weber, Chef der CDU-Ratsfraktion, mit Blick auf den Parkplatz Hörsterstraße. Für diese hoch begehrte Fläche hatte die Stadtverwaltung 2012 die Empfehlung ausgesprochen, hier ein Wohnquartier zu schaffen.

Doch längst wird darüber nachgedacht, auf der Freifläche Kultureinrichtungen unterzubringen. „Die Idee ist so spannend, dass sie eine ernsthafte Prüfung verdient hat“, meint der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung.

Gleichwohl macht sich in Ratskreisen die Sorge breit, die Stadtverwaltung hänge noch an den alten Wohnbauplänen. Christian Schowe, Leiter des Stadtplanungsamtes, hält diese Vorbehalte für unbegründet. Das ursprüngliche Konzept „wurde zurückgestellt“, für das weitere Verfahren gelte: „Die Politik hat das letzte Wort.“

Als Väter einer kulturellen Nutzung des heutigen Parkplatzes gelten die Architekten und Investoren Hanno Höyng und Christoph Deckwitz. Sie gingen bereits vor zwei Jahren mit der Vision hausieren, in dem Areal zwischen Stadttheater und Stadtbücherei „ein Haus der Musik“ zu errichten und darin die Musikhochschule sowie die Westfälische Schule für Musik unterzubringen.

Inzwischen hat die Universität einen Umzug „ihrer“ Musikhochschule vom Ludgeriplatz zu dem Parkplatz ausgeschlossen. Wohl aber gibt es die Anregung, hier drei städtische Einrichtungen zu bündeln: Musikschule, Volkshochschule und Schulpsychologische Beratungestelle.

Nach WN-Informationen hat sich Deckwitz bislang mehrfach vergeblich um ein Spitzengespräch mit Stadtdirektor Hartwig Schultheiß bemüht, auf eine Anfrage zum geforderten Raumprogramm folgte ein städtisches Antwortschreiben mit gerade einmal zehn Zeilen. Der erste Satz lautet: „Ich habe den Auftrag erhalten . . .“

In dieser Angelegenheit, so ist zu hören, liegt inzwischen eine Beschwerde der SPD bei Oberbürgermeister Markus Lewe vor.

Ob das geplante Gebäude überhaupt zu bezahlen ist, weiß derzeit niemand. Christoph Deckwitz wäre schon froh, wenn die Prüfung jetzt schnell über die Bühne geht: „Ich hoffe, dass die Stadtverwaltung den Ratswillen engagiert umsetzt.“

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