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Erster Abend nach Ende des Verweilverbots

Chillen statt Randale am Aasee

Münster

Am Aasee ist am Freitagabend so etwas wie die sommerliche Normalität mit abendlichem Chillen im Schatten der Kugeln zum Sonnenuntergang zurückgekehrt.

Von Helmut P. Etzkorn

Maximal 100 Menschen sind es, die sich auch zur früheren „Sperrstunde“ gegen 21 Uhr noch auf den Wiesen tummeln. Foto: Helmut P. Etzkorn

Die Decken müssen nicht mehr um 21 Uhr zusammengefaltet werden, weil das Verweilverbot am Wochenende aufgehoben ist. Dezente Musik und Grillen sind auch wieder erlaubt. Keine Spur mehr von den Massen, die sich eng an eng zu lauter Musik die Füße auf dem Gras plattstehen und Berge von Müll hinterlassen. Stattdessen kleine Grüppchen von jungen Menschen, die den lauen Sommerabend entspannt genießen.

„Schön, dass wir wieder feiern dürfen und noch schöner ist, dass gar nicht so viele hier sind“, meint die 26-jährige Studentin Meike. Sie will „einfach nur genießen“ und kann auf den Partyrummel am See gut verzichten. Ein paar Meter weiter sitzt die 22-jährige Laura mit vier Freundinnen im Kreis und alle „finden es toll, solange es nicht wieder eskaliert“. Die Ausschreitungen besonders von ungebetenen Gästen, die bis aus dem Ruhrgebiet kamen, um hier Randale machen zu können, findet sie „voll schade“. Laura: „Die haben hier alles gesprengt, jetzt ist es wieder so schön wie früher.“

Maximal 100 sind es, die sich auch zur früheren „Sperrstunde“ gegen 21 Uhr noch auf den Wiesen tummeln. Eine Gruppe hat den Grill angeworfen und da sich niemand beschwert, bleibt das auch erlaubt. Ordner stehen an dem nach wie vor umzäunten Areal und kontrollieren das Glasverbot. Diese Regelung, die gleichzeitig ein Ende der Scherben auf der Fläche bedeutet, hat sich inzwischen rumgesprochen, fast jeder hat Getränkedosen oder Plastikflaschen dabei.

Kleine Grüppchen von jungen Menschen genießen entspannt den lauen Sommerabend. Foto: Helmut P. Etzkorn

Rainer Grüntgens, Chef vom gleichnamigen Sicherheits-Anbieter, hat gut ein Dutzend Kontrolleure an den Zugängen postiert. Er spricht von einem „entspannten Arbeiten“, weil sich alle an die wenigen noch verbliebenen Auflagen halten. Die leuchtgelben Securitywesten seiner Männer reichen offensichtlich auch aus, um allen zu signalisieren: „Friedlich seid ihr willkommen, sonst aber nicht.“

„Wir haben unseren Aasee zurück“

Die Polizei taucht nur noch selten mit einem Streifenwagen auf, nur das Ordnungsamt muss fleißig arbeiten. Weil sich viele Autofahrer trotz Verbots abends auf die Parkstreifen gestellt haben, hagelt es an der Adenauerallee Knöllchen zu 15 Euro. Abgeschleppt wird aber nicht mehr. „Wir haben unseren Aasee zurück“, meint der 35-jährige Franz. Er ist seit zehn Jahren „an jedem Freitagabend ohne Regen ab 20 Grad“ am See, obwohl er dafür extra aus Senden anreisen muss. „Die Atmosphäre ist unvergleichlich und jetzt passt alles wieder“, meint der Gartenbauingenieur.

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