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Schutz der Mitarbeiter

Clemenshospital entwickelt Corona-Schutz-Kasten

Münster

Um die Mitarbeiter während der Corona-Pandemie besser zu schützen, haben Fachkräfte des Clemenshospitals einen speziellen Corona-Schutz-Kasten entwickelt. So soll sich die Ansteckungsgefahr für Ärzte und Pflegepersonal deutlich reduzieren.

Joel Hunold

Anästhesie- Foto: Oliver Werner

Ärzte und Pflegekräfte sind während der aktuellen Corona-Pandemie einem erhöhten Risiko ausgesetzt, selbst an dem Virus zu erkranken. Besonders hoch ist das Risiko, wenn Patienten mittels eines Kunststoffschlauchs – des sogenannten Tubus – oder mittels einer Maske künstlich beatmet werden müssen, erläutert Oliver Milbradt, Oberarzt der Anästhesie am Clemenshospital in Münster: „Beim Aufsetzen der Maske und beim Einsetzen des Tubus werden Viren in die Umgebungsluft freigesetzt“. In China und Italien ist es mutmaßlich dadurch zu Erkrankungen und Todesfällen unter Krankenhausmitarbeitern gekommen.

Da erscheint die Idee, die nun innerhalb weniger Tage von Oliver Milbradt und Friedrich Fernholz, dem pflegerischen Leiter der Anästhesie, entwickelt wurde, fast schon zu simpel zu sein, um erfolgreich zu funktionieren.

Kasten aus Plexiglas

Über die zu beatmenden Patienten wird ein Plexiglas-Kasten gesetzt, die Luft im Kasten wird abgepumpt und gefiltert. „Durch angebrachte Einmalhandschuhe (rot im Bild) kann man wie in einem Babybrutkasten komplett frei agieren und den Patienten intubieren“, berichtet Fernholz.

Dabei ist die Idee, die eigenen Mitarbeiter durch einen Kasten vor Virusinfektionen zu schützen, nicht neu. In Ländern wie Südkorea sind ähnliche Kästen weit verbreitet. Neu hingegen ist die Idee, die Luft im Inneren des Kastens abzusaugen und zu reinigen. „Das habe ich noch von keinem Krankenhaus gehört und in keiner Arbeit gelesen“, so Milbradt.

Friedrich Fernholz

Die endgültige Idee sei dem Krankenhaus-Team erst am vergangenen Samstag gekommen. In Kooperation mit dem Kunststoffunternehmen Dutec aus Ahaus wurden dann die ersten zwei Kästen angefertigt und sollen von nun an eingesetzt. Dabei steht einer Serienproduktion von rund 100 Kästen pro Woche laut Unternehmensangaben nichts im Weg. Das bestätigt auch Friedrich Fernholz: „Andere Krankenhäuser dürfen sich gerne melden. In Münster tauschen wir uns eh untereinander aus.“

Zudem sind die Kästen nicht nur für die aktuelle Corona-Zeit gedacht: „Der neue Kasten kann auch bei Influenza- oder Lungentuberkulose-Patienten eingesetzt werden“, berichtet Oberarzt Milbradt.

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